So sehr ich Apple und seine Produkte schätze und auch gern verwende: Apple ist spät dran. Wieder mal. Während OpenAI, Google & Co. längst mit KI-Power um sich werfen, bastelt Apple an etwas, das sie „Apple Intelligence“ nennen. Klingt groß – ist es aber (noch) nicht. Und dann kommt da plötzlich Perplexity ins Spiel. Ein Deal, der mehr als nur ein kleines KI-Upgrade wäre. Er könnte Siri ersetzen. Und Apple vor dem Absturz ins KI-Mittelfeld bewahren.
Siri: eine ewige Baustelle
Wer seit Jahren im Apple-Ökosystem lebt, kennt das Drama:
„Hey Siri, schalte das Licht ein!“ – „Hier sind die Ergebnisse für ‚Licht ein‘ im Web.“
Siri ist oft mehr Hindernis als Hilfe. Sprachverständnis? Wackelig. Kontext? Kaum. Integration? Halbgar. Während Alexa und Google Assistant wenigstens solide Alltagshelfer sind, wirkt Siri wie eine KI aus dem Jahr 2012. Und das ist kein Zufall – Siri basiert technisch tatsächlich noch auf alten Grundstrukturen, die Apple seit Jahren kaum überarbeitet hat.
Apple weiß das. Und will mit Apple Intelligence endlich aufholen. Doch was bisher gezeigt wurde, wirkt… ernüchternd.
Apple Intelligence: viel Hype, wenig Handfestes
Mit iOS 18 sollte alles besser werden: On-Device-KI, Datenschutz, GPT-Integration, intelligenter Kontext. Klingt nett. Aber das Feature-Rollout ist zäh, stark eingeschränkt und (Überraschung!) nicht für alle Geräte verfügbar. Viele Features kommen erst 2025. Einige nur auf Englisch. Andere nur in den USA. In Europa geht einiges nicht – wegen Einschränkungen der EU.
Und was wirklich fehlt: ein smarter, universell einsetzbarer KI-Assistent. So wie ChatGPT. Oder Perplexity.
Denn genau das liefert Perplexity: eine KI-Suchmaschine, die nicht nur antwortet, sondern erklärt, verweist, weiterdenkt. Kein „Hier sind Ergebnisse im Web“, sondern: „Hier ist die Antwort – und warum.“
Perplexity: der KI-Sidekick, den Apple nie hatte
Was macht Perplexity so spannend?
Kurz gesagt: Es ist das, was Siri nie war.
- Kontextuelles Verständnis: Perplexity merkt sich, worüber du gesprochen hast. Und führt Gespräche wie ein Mensch – nicht wie ein Keyword-Filter.
- Antworten statt Links: Keine Google-Snippets, keine Listen, keine Umwege. Du bekommst direkt die Antwort.
- Transparenz: Quellen werden angezeigt. Du kannst selbst nachlesen. Keine Blackbox-KI.
- Aktualität: Perplexity zapft in Echtzeit News und Datenquellen an. Das kann Siri schlicht nicht.
Kein Wunder also, dass Apple nervös wird. Oder… interessiert?
Gerüchte: Plant Apple die Übernahme?
Laut t3n-Bericht verdichten sich die Anzeichen, dass Apple bei Perplexity zugreifen will. Offiziell ist nichts bestätigt, aber die Idee ist verlockend: Apple holt sich ein fertiges, funktionierendes System ins Haus. Und löst damit gleich mehrere Probleme:
- Siri bekommt ein Upgrade, das den Namen verdient.
- Apple Intelligence wird auf einmal nützlich.
- Man spart sich Jahre an eigener Entwicklung.
- Und: Apple könnte endlich wieder führen, statt nur zu folgen.
Finanziell wäre das machbar. Perplexity wird aktuell mit rund 1 Milliarde US-Dollar bewertet. Für Apple – mit über 60 Milliarden Dollar Cash – ein Griff in die Portokasse.
Doch passt das überhaupt zu Apple?
Apple ist bekannt für Kontrolle. Alles im eigenen Haus. Eigene Chips. Eigene Systeme. Eigene Schnittstellen.
Perplexity hingegen arbeitet offen, bezieht LLMs von OpenAI, Anthropic, Meta. Eine offene KI-Suchmaschine im Apple-Kosmos? Schwer vorstellbar. Es müsste eine massive Integration geben. Und viele Umbauten.
Aber: Apple hat’s bei Beats, Shazam und anderen Tools auch geschafft. Wenn der strategische Wert stimmt, wird auch Apple flexibel. Und genau das könnte hier der Fall sein.
Denn seien wir ehrlich: Wer heute keine brauchbare KI im Portfolio hat, verliert. Langfristig. Komplett.
Apple braucht diesen Move
Apple Intelligence ist kein Gamechanger. Noch nicht. Vielleicht wird’s was – 2026, 2027. Aber der Markt wartet nicht. Nutzer:innen auch nicht. Die fragen heute Siri, warum sie wieder mal versagt hat. Und nutzen dann halt ChatGPT.
Ein smarter Assistent ist längst Standard. Bei Microsoft. Bei Google. Bald auch bei Meta.
Apple braucht Perplexity.
Nicht als nettes Add-on, sondern als Rettungsanker für Siri. Und als Turbolader für Apple Intelligence. Sonst bleibt’s beim hübschen Marketing-Namen – ohne echten Nutzen.


