Wer schreibt, wer korrigiert, wer entscheidet, wer die Verantwortung trägt. Und warum ich offen darüber spreche, auch wenn das Gesetz mich von der Pflicht ausnimmt.
Ich betreibe digitalhandwerk.rocks seit Jahren als persönliches Fachblog zu generativer KI und digitaler Praxis. Als KI-Berater für EPU und KMU in Österreich nutze ich KI-Modelle im täglichen Arbeitsablauf, auch beim Verfassen meiner Artikel. Diese Seite erklärt offen, wie meine Texte entstehen, was KI dabei tut und was sie nicht tut.
Transparenz im Umgang mit KI ist ein Kernprinzip meiner Arbeit. Ich kann meinen Kunden nicht glaubhaft erklären, wie verantwortungsvoller KI-Einsatz aussieht, wenn ich selbst verschweige, dass meine Inhalte mit KI-Unterstützung entstehen.
Die meisten wissen das nicht. Und die meisten haben kein dokumentiertes Schulungsprogramm, das sie im Streitfall vorzeigen können.
Seit August 2025 besteht Zivilhaftung: Wenn ein ungeschulter Mitarbeiter über ein KI-Tool Schaden verursacht, haftet das Unternehmen. Fehlt eine nachweisbare Schulung, wird die Rechtsposition sehr dünn.
Themen, Thesen und Kernaussagen stammen von mir, Alex Januschewsky. Jeder Artikel auf digitalhandwerk.rocks beginnt mit einer eigenen Beobachtung, einer konkreten Erfahrung aus der Beratungspraxis, einem selbst durchgeführten Experiment oder einem Test, den ich mit einem KI-Modell oder Tool gemacht habe.
Ich entscheide, worüber ich schreibe. Ich formuliere die Kernthese, schreibe dazu Texte. Ich liefere die persönlichen Beispiele aus meinem Berufsalltag, die einen Artikel zitierfähig machen. Ich bringe Haltung ein, auch wenn sie angreifbar ist. Was nicht aus meinem eigenen Denken stammt, kann auch keine KI für mich erfinden.
In der Regel sieht das so aus: Ich notiere meine Gedanken zu einem Thema, oft chaotisch, in Stichpunkten, manchmal als längere Notiz auf dem iPad oder Macbook. Dazu kommen konkrete Beispiele aus aktuellen Beratungen, Hinweise auf Quellen, Zahlen aus Studien und meine persönliche Einordnung. Das Rohmaterial existiert vollständig, bevor irgendeine KI ins Spiel kommt.
Ich nutze überwiegend Claude (Anthropic) und Gemini (Google) für drei klar abgrenzbare Aufgaben:
Strukturelle Aufbereitung. Ich bin ein kreativer Chaot. Meine Notizen sind nicht linear. Die KI bringt die Reihenfolge in einen logischen Aufbau, schlägt Zwischenüberschriften vor und hilft mir, Absätze sinnvoll zu gruppieren. Das eigentliche Argument bleibt meines.
Rechtschreibung und Grammatik. Tippfehler, falsche Kommas, deutsche Sonderzeichen, durchgerutschte Anglizismen. Diese Korrekturen übernimmt die KI zuverlässig.
Stilistische Glättung. Ich neige beim Schreiben zu langen, verschachtelten Sätzen. Die KI hilft mir, diese aufzulösen, ohne dass meine Stimme verloren geht. Wenn ein Vorschlag der KI nicht zu mir passt, lehne ich ihn ab.
Ich nutze auch andere KI-Werkzeuge wie Perplexity für die Recherche, etwa um Quellen zu finden oder Zitate zu prüfen. Jede Information, die ich aus solchen Recherchen übernehme, kontrolliere ich gegen die Originalquelle. KI-Halluzinationen sind real, und ich verwende keine Information, die ich nicht selbst verifiziert habe.
Es gibt klare Grenzen. KI schreibt keine meiner Artikel von Anfang bis Ende. KI denkt sich keine Beratungsbeispiele aus, die nicht stattgefunden haben. KI formuliert keine Meinungen, die nicht meine sind. KI ersetzt nicht meine Recherche, mein Urteil oder meine Verantwortung.
Wenn du auf digitalhandwerk.rocks eine Aussage liest, dann steh ich dahinter. Wenn etwas falsch ist, ist es mein Fehler, nicht der einer KI. Diese Verantwortung kann ich nicht delegieren, und ich will es auch nicht.
Alle Bilder auf digitalhandwerk.rocks sind mit generativer KI erstellt. Das gilt für Beitragsbilder, Illustrationen und auch für Bilder, auf denen ich selbst zu sehen bin. Es gibt hier keine klassischen Fotografien, keine Stockfotos und keine händisch erstellten Grafiken.
Ich verwende dafür überwiegend Google Nano Banana Pro und gelegentlich andere Bildmodelle. Die Prompts schreibe ich selbst, abgestimmt auf konkrete Szenen, die zum jeweiligen Artikel passen. Generische Stock-Optik wie Glühbirnen, Zahnräder oder abstrakte Hände am Laptop vermeide ich konsequent.
Bei Bildern, auf denen ich abgebildet bin, ist die dargestellte Person eine KI-generierte Annäherung an mein Aussehen, kein Foto. Diese Bilder illustrieren meine Rolle im jeweiligen Artikel, sie ersetzen keine authentische Fotodokumentation. Sie entstehen, weil sie schneller, flexibler und ressourcenschonender sind als ein Studioshooting für jeden Beitrag.
Rechtlicher Rahmen: Artikel 50, Absatz 4 des EU AI Acts verpflichtet ab dem 2. August 2026 zur Kennzeichnung von KI-generierten oder manipulierten Bildinhalten. Ich kennzeichne diese Bilder bereits jetzt pauschal über diese Seite, statt jedes einzelne Bild mit einem Vermerk zu versehen. Wenn du auf digitalhandwerk.rocks ein Bild siehst, ist es KI-generiert. Punkt.
Jeder Artikel durchläuft mindestens drei Schritte. Erstens: Ich produziere das Rohmaterial selbst. Zweitens: Eine KI hilft mir bei Struktur und Sprache. Drittens: Ich überprüfe das Ergebnis Absatz für Absatz, oft mehrfach, und veröffentliche nur dann, wenn jeder Satz so ist, wie ich ihn vertreten kann.
Bei Themen mit rechtlicher Relevanz (DSGVO, EU AI Act, Urheberrecht) prüfe ich die Aussagen besonders sorgfältig. Wenn ich unsicher bin, recherchiere ich nach, frage Kolleginnen und Kollegen aus dem rechtlichen Umfeld oder verzichte auf die Aussage.
Bei Fakten, Zahlen und Statistiken gilt: Wenn ich die Quelle nicht selbst geprüft habe, kommt sie nicht in den Artikel. KI-generierte Zahlen, deren Herkunft ich nicht nachvollziehen kann, sind für mich unbrauchbar.
Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 regelt die Transparenzpflichten für Anbieter und Nutzer generativer KI-Systeme. Konkret relevant für Blogs:
Artikel 50, Absatz 4 verlangt, dass Deployer von KI-Systemen, die Bild-, Audio- oder Videoinhalte erzeugen oder manipulieren, diese als künstlich erzeugt oder manipuliert kennzeichnen müssen.
Artikel 50, Absatz 5 verlangt, dass KI-generierte Texte, die zur Information der Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse veröffentlicht werden, als künstlich erzeugt gekennzeichnet werden müssen. Eine Ausnahme gilt für Inhalte, die einer menschlichen Überprüfung oder redaktionellen Kontrolle unterzogen wurden und für deren Veröffentlichung eine natürliche oder juristische Person die redaktionelle Verantwortung trägt.
Diese Pflichten gelten ab dem 2. August 2026. Die Marktüberwachungsbehörden in den Mitgliedstaaten setzen sie ab diesem Datum durch.
Mein Workflow fällt höchstwahrscheinlich unter die Ausnahme in Absatz 5: Ich überprüfe redaktionell, ich übernehme die Verantwortung, ich treffe inhaltliche Entscheidungen. Rein rechtlich könnte ich also auf eine Kennzeichnung verzichten.
Trotzdem mache ich es. Aus drei Gründen.
Erstens: Glaubwürdigkeit. Wer einen Kurs zu AI Literacy anbietet und Unternehmen in Sachen KI berät, sollte selbst zeigen, wie verantwortungsvoller Umgang mit KI aussieht. Verschweigen wäre das Gegenteil davon.
Zweitens: Vertrauen. Leserinnen und Leser haben ein Recht zu wissen, wie ein Inhalt entstanden ist. Diese Information ändert nichts an der Qualität des Inhalts, aber sie ermöglicht informierte Einordnung.
Drittens: Vorbild für meine Branche. Die meisten Blogs in meinem Themenfeld verwenden KI in irgendeiner Form. Kaum einer kennzeichnet das. Ich würde mir wünschen, dass sich das ändert, und fange bei mir selbst an.
Alex Januschewsky
Du bekommst auf digitalhandwerk.rocks Inhalte, die inhaltlich vollständig von mir verantwortet werden, aber sprachlich und strukturell von KI mitgestaltet sind. Du kannst meinen Aussagen vertrauen wie meinen handgeschriebenen Notizen, denn die Prüfschritte sind dieselben.
Wenn ich Aussagen aus KI-Ausgaben übernehme, ohne sie zu verifizieren, ist das ein Fehler meinerseits, kein systemischer Mangel des Workflows. Solche Fehler korrigiere ich öffentlich, sobald sie mir auffallen oder mir gemeldet werden.
Diese Seite wird aktualisiert, wenn sich entweder mein Workflow ändert oder die rechtlichen Anforderungen weiterentwickelt werden. Größere Änderungen kommuniziere ich auf meinen Social-Media-Kanälen und im nächsten Newsletter, falls vorhanden.
Stand: Mai 2026
Alex Januschewsky ist Werbefachmann, zertifizierter KI-Beauftragter (ISO 42001, EU AI Act-Konformität) und Microsoft MVP Alumni. Seit 1989 in Werbung und Design aktiv, spezialisiert auf den professionellen Einsatz von Generativer KI: kreativ, strategisch, praxisnah. Seit über 30 Jahren entwickle ich Kommunikation, die nicht auf Hype setzt, sondern auf echte Wirkung. Klar, klug und mit einem tiefen Verständnis für Technologie und Sprache. In diesem Blog teile ich Ideen, Impulse und erprobtes Wissen für Unternehmer, Entscheider und KI-Enthusiasten, die mehr wollen als Schlagwörter und bunte Versprechen.