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EU AI Act

EU-Icons für KI-Kennzeichnung: Was sie bedeuten, wer sie braucht, und warum ich sie sofort eingebaut habe

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Am 10. Juni 2026 hat die Europäische Kommission etwas veröffentlicht, auf das ich ehrlich gesagt länger gewartet habe als erwartet: standardisierte Icons zur Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten. Drei Symbole, vier Farbvarianten, kostenloser Download. Ich habe sie gleich wenige Tage später auf diesem Blog eingebaut, direkt bei jedem Beitragsbild. Nicht weil ich musste. Sondern weil ich das schon längst hätte tun sollen.

Dieser Artikel erklärt, was hinter den Icons steckt, wer sie braucht, was die rechtlichen Hintergründe sind, und wo die Fallstricke liegen, die in der Berichterstattung gerade unterbelichtet sind. Als KI-Berater, der digitalhandwerk.rocks seit Jahren als Transparenz-Benchmark für KI-Nutzung im Blog betreibt, habe ich dazu eine klare Position.

Die Icons sind der sichtbare Teil einer rechtlichen Verpflichtung, die am 2. August 2026 scharf gestellt wird. Die meisten Unternehmen im DACH-Raum haben das noch nicht auf dem Schirm.

Was sind die neuen EU-Icons überhaupt?

Die Europäische Kommission hat, gemeinsam mit dem Code of Practice zur Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten, drei standardisierte Piktogramme veröffentlicht. Sie sind Teil der Umsetzung von Artikel 50 der EU-KI-Verordnung (Verordnung EU 2024/1689), also dem EU AI Act.

Drei Icons, drei Anwendungsfälle:

AI: Das Basis-Symbol. Signalisiert: KI war irgendwie beteiligt. Nützlich, wenn die genaue Art der Beteiligung unklar ist oder eine bewusst zurückhaltende Kennzeichnung gewünscht wird.

AI Generated: Für Inhalte, die vollständig von einem KI-System erzeugt wurden. Ein Text, den ein Sprachmodell geschrieben hat. Ein Bild aus einem Bildgenerator. Ein Audio-Clip aus Text-to-Speech.

AI Modified: Für Mischformen. Menschlich erstellt und dann KI-bearbeitet, oder KI-Entwurf und menschlich wesentlich überarbeitet. Beide Richtungen sind möglich.

Die Icons gibt es in vier Farbvarianten: Schwarz, Weiß, Schwarz mit 50% Transparenz, Weiß mit 50% Transparenz. Download als SVG und PNG direkt auf der EU-Seite, kostenlos und ohne Lizenzgebühren.

Wichtig zu verstehen: Die Nutzung dieser spezifischen EU-Icons ist freiwillig. Die Kennzeichnungspflicht selbst ist es nicht. Wer die EU-Icons nicht verwenden will, muss eine gleichwertige Kennzeichnung sicherstellen und das im Zweifelsfall nachweisen. Die Icons sind also der einfachere Weg, nicht der einzige.

Was sagt Artikel 50 EU AI Act konkret?

Ich habe Artikel 50 bereits im April detaillierter beschrieben, als es um den Digital Omnibus und seine Auswirkungen auf EPU ging. Hier die relevanten Teile nochmal kompakt.

Artikel 50, Absatz 4 verpflichtet Betreiber von KI-Systemen, die Bild-, Audio- oder Videoinhalte erzeugen oder manipulieren, diese als künstlich erzeugt oder manipuliert zu kennzeichnen. Deepfakes sind der prominenteste Anwendungsfall, aber die Regelung ist breiter.

Artikel 50, Absatz 5 regelt KI-generierte Texte, die zur Information der Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse veröffentlicht werden. Hier gilt eine wichtige Ausnahme: Wenn der Inhalt einer menschlichen Überprüfung oder redaktionellen Kontrolle unterzogen wurde und eine natürliche oder juristische Person die redaktionelle Verantwortung trägt, entfällt die Pflicht.

Diese Transparenzpflichten gelten ab dem 2. August 2026. Verstöße können bis zu 15 Millionen Euro oder 3% des weltweiten Jahresumsatzes kosten.

Der Code of Practice, den die Kommission am 10. Juni veröffentlicht hat, ist das Umsetzungsinstrument. Er ist freiwillig. Wer ihn unterzeichnet und positiv bewertet wird, kann ihn als Compliance-Nachweis gegenüber den nationalen Marktüberwachungsbehörden vorlegen. Wer einen eigenen Weg geht, muss diesen individuell rechtfertigen.

Was ich auf digitalhandwerk.rocks umgesetzt habe und warum

Seit dem 10. Juni 2026 trägt jedes Beitragsbild auf diesem Blog das EU-Icon „AI Generated“ sichtbar in der oberen rechten Ecke, verlinkt mit meiner KI-Transparenz-Seite.

Das klingt nach einer kleinen technischen Entscheidung. Es ist aber das Ergebnis einer Überlegung, die ich schon länger mit mir herumgetragen habe.

Ich habe auf dieser Seite seit Anfang 2026 eine KI-Transparenz-Seite, die erklärt, wie meine Inhalte entstehen. Bilder generiere ich vollständig mit KI, überwiegend mit Nano Banana Pro von Higgsfield. Texte entstehen mit meinem eigenen Rohmaterial und werden mit Claude (Anthropic) strukturell aufbereitet, ich trage die redaktionelle Verantwortung. Das ist mein Workflow, dokumentiert, nachvollziehbar.

Das Problem mit der Transparenz-Seite allein: Sie ist einen Klick entfernt. Die Kennzeichnung soll aber beim ersten Kontakt sichtbar sein, nicht erst wenn jemand aktiv in der Fußzeilennavigation sucht. Diese Lücke ist jetzt geschlossen.

„Eine Transparenz-Seite, die niemand findet, ist keine Transparenz. Es ist eine gut gemeinte Fußnote“, erklärt Alex Januschewsky, KI-Berater und Betreiber von digitalhandwerk.rocks.

Die Icons direkt am Bild zu platzieren ist die konsequentere Umsetzung. Nicht nur für die rechtliche Absicherung, sondern für das, was ich meinen Kunden empfehle: sichtbare Glaubwürdigkeit statt versteckte Compliance-Texte.

Wer braucht die Icons, und wer nicht?

Das ist der Punkt, der in vielen Artikeln zu diesem Thema nicht klar genug differenziert wird.

Icons für Bilder und Videos (Artikel 50 Abs. 4) sind relevant für jeden, der KI-generierte oder KI-manipulierte visuelle Inhalte veröffentlicht. Das trifft auf Blogs, Social Media, Unternehmenswebseiten und Werbemittel zu. Ein mit einem Bildgenerator erstelltes Beitragsbild auf deinem Firmenblog fällt darunter.

Icons für Texte (Artikel 50 Abs. 5) sind deutlich enger gefasst. Hier geht es um Texte zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse, die an die Öffentlichkeit gerichtet sind und nicht redaktionell überprüft wurden. Produktbeschreibungen in einem Webshop, Marketing-Texte, interne Dokumente: in der Regel nicht betroffen. Ein KI-generierter Pressebericht über eine Wahl, ohne menschliche Kontrolle veröffentlicht: sehr wohl betroffen.

Das bedeutet für die Praxis: Wer als EPU oder KMU KI-generierte Bilder auf seiner Website einsetzt, sollte jetzt handeln. Wer Texte mit KI-Unterstützung schreibt, aber redaktionell überarbeitet und verantwortet, ist bei Texten aus der Pflicht. Ich habe das früh erkannt, als ich 2025 die Frage gestellt habe, ob KI-Kennzeichnung Pflicht oder Panikmache ist. Die Antwort von damals gilt noch: Pflicht, ja, aber differenziert.

Was der Code of Practice noch regelt

Der finale Code of Practice, von sechs unabhängigen Experten unter Beteiligung von über 180 Interessengruppen erarbeitet, hat zwei Abschnitte.

Abschnitt 1 richtet sich an Anbieter von KI-Systemen wie Anthropic, Google oder OpenAI. Sie müssen technisch sicherstellen, dass künstlich erzeugte Inhalte in maschinenlesbarem Format markiert sind. Der Kodex schreibt für die meisten Inhalte einen mehrschichtigen Ansatz vor: mindestens zwei maschinenlesbare Ebenen, Metadaten mit digitaler Signatur und Zeitstempel, plus Wasserzeichen-Technologien wie SynthID oder C2PA-Standards.

Abschnitt 2 betrifft die Anwender, also jene, die KI-Systeme zur Inhaltserstellung nutzen. Das sind Unternehmen, Blogger, Creator, Agenturen. Hier greifen die Kennzeichnungspflichten für Deepfakes und KI-generierte Texte zu Themen von öffentlichem Interesse.

Eine interessante Entwicklungsgeschichte steckt hinter den finalen Icons. Der erste Entwurf vom Dezember 2025 hatte noch zwei Kategorien: „vollständig KI-generiert“ und „KI-unterstützt“. Diese Unterscheidung wurde gestrichen, weil sie urheberrechtliche Risiken aufgeworfen hat. Als „vollständig KI-generiert“ gekennzeichnete Inhalte hätten möglicherweise keinen Urheberrechtsschutz genossen. Die finale Version sagt nur: KI war beteiligt. Wie viel, bleibt offen.

Platzierung: Was die EU konkret vorschreibt

Die Icons können nicht irgendwo versteckt werden. Die Anforderungen sind klar:

Das Label muss ab dem ersten Kontakt des Nutzers mit dem Inhalt sichtbar sein. Bei Bildern und Videos empfiehlt der Code of Practice die obere rechte Ecke. Bei Texten die Nähe zur Überschrift. Bei Videos muss das Label in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, um auch Screenshots oder ausgeschnittene Sequenzen abzusichern.

Bei Audio-Inhalten mit KI-Stimmen braucht es einen hörbaren Hinweis, bei gleichzeitigem Bildschirm auch einen visuellen.

Für kreative, künstlerische oder satirische Werke gelten flexiblere Regeln: Die Kennzeichnung darf den Kunstgenuss nicht unangemessen beeinträchtigen und kann im Abspann oder in Begleitnotizen untergebracht werden.

Was ich konkret gemacht habe: SVG-Datei von der EU-Seite geladen, in meiner Elementor-Vorlage für Beitragsbilder absolut positioniert eingebunden. Obere rechte Ecke, 85% Opazität, damit es sichtbar ist ohne das Bild zu dominieren. Der Link auf die KI-Transparenz-Seite ist direkt im Icon hinterlegt.

Warum das für deine Sichtbarkeit relevant ist

Das klingt jetzt nach einem Compliance-Thema, und das ist es auch. Aber es hat eine zweite Dimension, die mir wichtiger ist.

Ich arbeite intensiv an meiner Positionierung als vertrauenswürdige Quelle in KI-Themen, auch für Search Everywhere Optimization. Wer in den Antworten von Claude, Gemini oder Perplexity zitiert werden will, muss als Entität mit klaren, überprüfbaren Signalen verstanden werden. Transparenz über KI-Nutzung ist eines dieser Signale. Ein Blog, der offen kommuniziert, wie seine Inhalte entstehen, liefert Kontext, den Sprachmodelle bei der Bewertung der Quellqualität auswerten.

Das ist keine Theorie. Marken, die in KI-Antworten vorkommen wollen, müssen maschinenlesbare Glaubwürdigkeitssignale setzen. Ein klares, standardisiertes EU-Label auf jedem Bild ist ein solches Signal. Es sagt: Dieser Inhalt ist kategorisiert, verantwortet und regelkonform.

Das zahlt mehr ein als die meisten technischen SEO-Maßnahmen, die ich in diesem Jahr gesehen habe.

Was die meisten Unternehmen jetzt falsch machen

Ich bin mir da nicht ganz sicher, wie groß der Anteil ist, aber mein Eindruck aus der Beratung mit EPU und KMU in Salzburg und der DACH-Region ist eindeutig: Die meisten wissen nicht, dass die Uhr läuft.

Häufige Fehler, die ich beobachte:

Die Transparenz-Seite als Ausrede. Eine Unterseite mit KI-Hinweisen zu haben ist besser als nichts. Aber eine Seite, die niemand aktiv besucht, erfüllt den Grundsatz „sichtbar beim ersten Kontakt“ nicht.

Verwechslung von Freiwilligkeit. Die Icons sind freiwillig. Die Kennzeichnung ist es nicht. Dieser Unterschied wird regelmäßig falsch kommuniziert.

Unterschätzung bei Bildern. Viele denken, die Pflicht betrifft nur Deepfakes im politischen Bereich. Jedes mit einem Bildgenerator erstellte Bild auf einer kommerziellen Website ist potenziell betroffen.

Kein Plan für die Weitergabe. Wenn du ein KI-generiertes Bild auf Social Media teilst, sollte die Kennzeichnung mitkommen. Das erfordert, dass die Metadaten erhalten bleiben. Viele Bildkompressoren oder Upload-Prozesse entfernen diese.

Was du jetzt konkret tun kannst

Drei Schritte, in dieser Reihenfolge:

  1. Icons herunterladen. Kostenlos auf digital-strategy.ec.europa.eu, Suche nach „EU icons labelling AI-generated content“. SVG für Web, PNG für Dokumente und Social Media.
  2. Bilder kennzeichnen. Bei jedem KI-generierten Bild auf deiner Website das Icon direkt am Bild platzieren, nicht nur auf einer separaten Seite. Obere rechte Ecke ist die EU-Empfehlung.
  3. Transparenz-Seite aktualisieren. Falls du eine KI-Transparenz-Seite hast, füge einen Verweis auf die EU-Icons hinzu und aktualisiere das Datum. Falls du keine hast: jetzt ist ein guter Zeitpunkt.

Die Frist läuft am 2. August 2026 ab. Das sind ein paar Wochen. Wer sich jetzt damit beschäftigt, ist früh genug dran, nicht zu früh.

KI-generierte Inhalte werden nicht weniger. Die Erwartung der Nutzer an Transparenz wird nicht kleiner. Wer das jetzt umsetzt, hat einen Vorsprung, der nichts kostet außer einer Stunde Zeit.

FAQ: EU KI-Kennzeichnung Icons

Muss ich die EU-Icons verwenden?

Nein, die Nutzung der spezifischen EU-Icons ist freiwillig. Die Kennzeichnungspflicht nach Artikel 50 EU AI Act ist es nicht. Wer andere Kennzeichnungen verwendet, muss diese im Zweifelsfall als gleichwertig nachweisen.

Gilt die Pflicht auch für meinen Blog?

Bei Bildern: ja, wenn sie KI-generiert sind und du sie kommerziell oder öffentlich veröffentlichst. Bei Texten: nur wenn sie ohne redaktionelle Überprüfung zu Themen von öffentlichem Interesse publiziert werden. Redaktionell verantwortete Blog-Texte sind in der Regel ausgenommen.

Ab wann gilt die Pflicht?

Die Transparenzpflichten nach Artikel 50 werden ab dem 2. August 2026 durchgesetzt. Nationale Marktüberwachungsbehörden sind ab diesem Datum zuständig.

Was ist der Unterschied zwischen AI Generated und AI Modified?

„AI Generated“ kennzeichnet vollständig von KI erzeugte Inhalte ohne wesentlichen menschlichen Beitrag. „AI Modified“ steht für Inhalte, bei denen Mensch und KI erkennbar gemischt beteiligt waren, egal in welcher Reihenfolge.

Hinweis zur KI-Nutzung: Themen und Thesen stammen von mir, KI hilft bei Struktur und Rechtschreibung. Redaktionelle Verantwortung bleibt vollständig bei mir. Wie dieser Blog entsteht →

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about.me
Alex Januschewsky – Zertifizierter KI-Beauftragter und Werbefachmann
Alex Januschewsky

Alex Januschewsky ist Werbefachmann, zertifizierter KI-Beauftragter (ISO 42001, EU AI Act-Konformität) und Microsoft MVP Alumni. Seit 1989 in Werbung und Design aktiv, spezialisiert auf den professionellen Einsatz von Generativer KI: kreativ, strategisch, praxisnah. Seit über 30 Jahren entwickle ich Kommunikation, die nicht auf Hype setzt, sondern auf echte Wirkung. Klar, klug und mit einem tiefen Verständnis für Technologie und Sprache. In diesem Blog teile ich Ideen, Impulse und erprobtes Wissen für Unternehmer, Entscheider und KI-Enthusiasten, die mehr wollen als Schlagwörter und bunte Versprechen.

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Alex Januschewsky, Prompt Rocker, wohnhaft in Salzburg, tätig in Österreich
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