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Markt und Trends

Die Zukunft der Website: Warum sie bleibt, was WordPress dafür mitbringt und wie sich Webdesign verändert

Kreativagentur Salzburg arbeitet an Website
// ki-zusammenfassung Diesen Artikel zusammenfassen mit:

Dein nächster wichtiger Besucher hat keine Augen. Er liest keine Headline, sieht kein Hero-Bild und scrollt nicht. Er ist ein KI-Agent, und er entscheidet mit, ob du empfohlen wirst. Meine These zur Zukunft der Website: Sie stirbt nicht, aber sie bekommt einen neuen Job.

Ich bin seit 1989 in der Kommunikationsbranche, baue digitalhandwerk.rocks mit WordPress und liefere die Blog-News bald auch an einen Alexa Skill, also an eine zweite Oberfläche. Nach diesem Artikel weißt du, was sich an Websites ändert, was WordPress dafür schon mitbringt und warum sich das Webdesign mitverändert. Fangen wir bei der These an.

// kurz erklärt3 Begriffe
MCP
Das Model Context Protocol ist ein offener Standard von Anthropic, über den KI-Systeme Werkzeuge und Datenquellen anbinden. Eine Website mit MCP-Server bietet Agenten Aktionen an, etwa Verfügbarkeit prüfen oder einen Termin buchen.
WebMCP
Ein vorgeschlagener Webstandard von Google und Microsoft. Eine Seite meldet darin im Browser selbst an, welche Aktionen ein Agent auf ihr ausführen darf.
Markdown for Agents
Eine Cloudflare-Funktion, die HTML auf Anfrage als Markdown ausliefert, damit Agenten weniger Ballast lesen müssen.

Ich baue Websites heute für zwei Besucher gleichzeitig: für den Menschen, der liest, und für den Agenten, der auswertet, und beiden zeige ich, dass echte Menschen dahinterstehen.

Was heißt „neuer Job“ für die Website?

Die Website wird zur Heimatbasis eines Unternehmens, die Menschen und Agenten lesen, bedienen und auf Echtheit prüfen können. Dahinter stehen sechs Beobachtungen aus meiner Arbeit. Websites werden auch für Agenten gebaut. Technische Perfektion kann ein Agent inzwischen gegen eine Spezifikation herstellen, sie ist vom seltenen Können zur Entscheidung geworden. Nicht jede Website ist gleich wichtig: Ein guter Installateur ist auch ohne Website ausgelastet, eine Marke braucht sie dringend, weil ihre Kunden überall sitzen. Die Website wird zum Bündel aus Schnittstellen, mit MCP-Server und teilweise einem Kommandozeilen-Client. Kaufentscheidungen wandern in KI-Antworten und Chat-Oberflächen. Und Echtheit wird zum letzten Burggraben, weil ein Agent Behauptungen gegenprüfen kann.

Den letzten Punkt halte ich für den stärksten. Google schätzt Vertrauen aus Signalen, so war E-E-A-T immer gemeint. Ein Agent kann nachsehen, ob der Autor existiert, ob die Bewertungen halten und ob die Geschichte auf deiner Seite zu dem passt, was das Netz sonst über dich weiß. Eine ordentliche Über-uns-Seite mit echten Gesichtern ist damit kein Beiwerk mehr, sie ist Infrastruktur.

Unbequem ist der fünfte Punkt. Fällt die Kaufentscheidung in einer KI-Antwort, misst du deine Seite nicht mehr nur in Klicks. Ich nenne die Website den Stammdatensatz, der jede Oberfläche speist, auf der am Ende entschieden wird. Dünne, veraltete und maschinenfeindliche Seiten empfiehlt kein Assistent. Ich argumentiere das seit Monaten und prüfe bei meinen eigenen Inhalten deshalb zuerst, ob eine KI mich richtig beschreibt, und erst danach die Besucherzahlen.

Warum reicht „für Menschen bauen“ nicht mehr?

Zwanzig Jahre lang lautete der Rat: Bau für Menschen, die Bots folgen von allein. Das stimmte, weil Google zwei Jahrzehnte Zeit hatte, Seiten für Menschen lesen zu lernen. Die neuen Agenten haben diesen Vorsprung nicht. Deshalb habe ich in Search Everywhere Optimization beschrieben: Die Arbeit bleibt dieselbe, nur gibt es mehr Oberflächen als Google, von TikTok und LinkedIn über Bing und YouTube bis zu ChatGPT, Sprachassistenten und Maps. Welche davon morgen zählt, entscheidest nicht du. Das ist der eigentliche Punkt hinter den Kürzeln, mit denen die Branche SEO gerade umbenennt.

Eine zweite Website für Agenten ist trotzdem der falsche Weg. Parallel-Versionen wie m-dot-Seiten oder AMP laufen mit der Zeit auseinander und sterben. Ich empfehle eine Quelle der Wahrheit mit mehreren Darstellungen. Bei mir sieht das so aus: Dieselben Artikel laufen in die Website, in den Alexa Skill (dazu in den kommenden Tagen mehr) und in ein eigenes RAG mit über 650 Beiträgen, das ich über MCP an Claude hänge. Wie diese Teile zusammenspielen, steht in meinem KI-Stack-Artikel. Ein Inhalt, drei Ausgaben, kein Zweitsystem.

Auch Cloudflare folgt diesem Prinzip. Seit Februar 2026 wandelt das Netzwerk eine Seite in Markdown um, wenn der Client im Header Accept: text/markdown anfragt, so steht es in der Cloudflare-Dokumentation. Gleiche Inhalte, anderes Format, keine zweite Seite.

Der Alexa Skill (gerade in Entwicklung) zeigt mir das auf eigene Art. Eine Sprachoberfläche liest Titel und Kernaussage vor, Farben, Schriften und Abstände existieren für sie nicht. Was bleibt, ist der Inhalt, und zwar genau in der Qualität, in der er in meiner Quelle steht. Seitdem schreibe ich Titel und ersten Absatz so, dass sie auch ohne alles andere funktionieren. Das tut den Menschen auf der Website übrigens genauso gut, weil sie ebenfalls nur Sekunden haben, bevor sie weiterklicken.

Was heißt das für WordPress?

Zuerst die gute Nachricht: WordPress schläft nicht. Seit Version 6.9 gibt es die Abilities API, ein maschinenlesbares Verzeichnis dessen, was Plugins und Themes können. Der MCP Adapter, ein separates Plugin aus der WordPress-Organisation auf GitHub, übersetzt diese Abilities in MCP-Werkzeuge. WordPress 7.0 ergänzt eine JavaScript-Version der API, einen AI Client und eine Connectors-Oberfläche. WordPress.com lässt Agenten inzwischen Beiträge entwerfen, bearbeiten und veröffentlichen, der Kontoinhaber muss den Zugriff freigeben.

Dann der Gegenwind. Am 1. April 2026 stellte Cloudflare EmDash vor, ein CMS in TypeScript auf Basis von Astro mit eingebautem MCP-Server und Plugins in der Sandbox. Cloudflare begründet das mit der eigenen Zahl, 96 Prozent der WordPress-Schwachstellen stammten aus Plugins. CMSWire berichtet von einer Version 1.0 Ende September.

Mein Standpunkt: WordPress steckt hinter rund 40 Prozent aller Websites, und für kleine Unternehmen in der DACH-Region wäre ein CMS-Wechsel meist der falsche Hebel. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ein MCP-Server für jede relevante Website in drei Jahren Standard ist, auch für Friseurinnen und Steuerberater, aber mein Eindruck ist: Zuerst kommt die Substanz. Saubere HTML-Struktur, Schema.org-Daten und eine glaubwürdige Über-uns-Seite bringen mehr als eine Schnittstelle, die keiner nutzt. Schema.org zahlt sich doppelt aus. Microsoft hat NLWeb im Mai 2025 vorgestellt, und jede NLWeb-Instanz ist zugleich ein MCP-Server. Sie speist sich aus Daten, die viele Websites ohnehin veröffentlichen: Schema.org-Markup und RSS-Feeds. Wer diese Hausaufgaben gemacht hat, steht nicht bei null, wenn Agenten ihre Fragen direkt an die Seite stellen.

Dazu ein Sicherheitshinweis, den dir kaum jemand gibt: Ein MCP-Zugang öffnet Türen. Steht in einem Dokument ein versteckter Befehl, kann ein Modell darauf hereinfallen. Meine Regel lautet: lesende Rechte großzügig, schreibende einzeln freigeben. Bei mir veröffentlicht kein Agent. Das ist alles Handarbeit.

Wie verändert sich das Webdesign?

Webdesign verschiebt sich von der Seite zum System. Vier Punkte sehe ich schon heute.

Erstens wird HTML wieder zur eigentlichen Schnittstelle. Agenten lesen Überschriften, Listen, Tabellen und Labels, bevor sie irgendetwas „sehen“. Wer semantisch sauber baut, designt für beide Besucher mit demselben Aufwand. Das gilt für WordPress genauso wie für handgeschriebenes HTML. Bei vibecraft.rocks habe ich die Seiten als zehn konfigurierbare HTML-Snippets für Elementor gebaut, in einem Abend und einem Vormittag. Der Page Builder liefert mir die Oberfläche, das Markup darunter muss trotzdem lesbar bleiben. Was ich dabei jedes Mal kontrolliere: ob der Builder aus einer Überschrift fünf verschachtelte Container macht.

Zweitens werden Design-Systeme zum Vertrag. Laut Designlab schreiben Agenten bereits Komponenten, aktualisieren Tokens und ändern Design-Dateien, und Figma hat auf der Config 2026 KI-Funktionen direkt auf dem Canvas vorgestellt. Ein Designer, der nur Seiten zeichnet, verliert hier den Boden.

Drittens beschreibst du Ziele statt Wireframes. Google nennt das bei Stitch „Vibe Design“, ich habe es in Vibe Everything ausprobiert. Mein Eindruck daraus: Geschmack wird zur knappen Ressource, weil der Entwurf in Minuten da ist und die Entscheidung, was davon echt wirkt, bei dir bleibt.

Viertens entwirfst du Abläufe, nicht nur Seiten. Wenn die Conversion die Website verlässt, muss eine Buchung auch von einem Agenten ausführbar sein. WebMCP zielt genau darauf. Das Chrome-Team hat am 10. Februar 2026 eine frühe Vorschau gestartet, auf der Google I/O folgte der Vorschlag als W3C-Standard, entwickelt mit Microsoft, und eine Origin Trial in Chrome 149 läuft. Es bleibt ein Entwurf mit offenen Punkten und wechselnder API. Für Kundenprojekte würde ich es noch nicht produktiv einsetzen, im Testsystem schon.

Für Agenturen und Freelancer heißt das: Verkauf nicht mehr nur die Seite, sondern das System dahinter. Ein Kunde zahlt künftig dafür, dass seine Inhalte an einer Stelle gepflegt werden, dass Menschen und Agenten sie verstehen und dass jemand die Rechte begrenzt, bevor etwas schiefgeht. Das ist weniger glamourös als ein neues Hero-Bild, hält aber länger, und ich vermute, dass die Aufträge der nächsten Jahre genau hier liegen. Schauen wir mal, wer das zuerst in sein Angebot schreibt.

Und ein Detail zur Echtheit: Ich nutze selbst KI-Bilder für Header und bin mir nicht sicher, wie lange sie als Signal von Echtheit taugen. Echte Fotos von echten Menschen werden in diesem Umfeld wertvoller. Das beschäftigt mich.

Was kannst du diese Woche konkret tun?

Fang mit Schritt 1 an, bevor du Technik baust, sonst optimierst du eh ins Blaue.

  1. Teste dich selbst: Frag ChatGPT, Gemini und Perplexity, was dein Unternehmen anbietet, und notiere jeden Fehler.
  2. Prüfe die HTML-Struktur: eine H1, saubere H2 und H3, Tabellen als echte Tabellen, Alt-Texte, die den Inhalt beschreiben.
  3. Pflege Schema.org: Organization, Person und Article als JSON-LD, in WordPress über das SEO-Plugin deiner Wahl.
  4. Aktiviere Markdown for Agents, falls deine Domain bei Cloudflare liegt: im Dashboard die Zone wählen und Markdown for Agents einschalten. Der Haken: Die umgewandelten Antworten tragen standardmäßig den Header Content-Signal: ai-train=yes, search=yes, ai-input=yes. Du erlaubst damit auch KI-Training, und eigene Regeln stehen laut Cloudflare erst für die Zukunft in Aussicht. Entscheide das bewusst.
  5. Baue die Über-uns-Seite aus: echte Namen, echte Gesichter, deine Geschichte, Links zu deinen Profilen.
  6. Teste MCP nur im Staging: eigener WordPress-Benutzer mit minimaler Rolle, zuerst nur lesen, schreibende Abilities einzeln dazu.

Die Website verschwindet nicht. Sie wird zum geprüften, maschinenlesbaren Zuhause deines Unternehmens, und besucht wird sie weiter von Menschen, die dort etwas Echtes finden sollten. Du kannst warten, bis ein Agent dich falsch beschreibt. Oder du fängst diese Woche mit Schritt 1 an.

Häufige Fragen zur Zukunft der Website

Nein. Ihre Rolle ändert sich: Sie wird zur Quelle der Wahrheit, aus der Agenten, Assistenten und Menschen ihre Antworten holen. Weniger Besuche sind möglich, weniger Bedeutung nicht.

Nein. Zuerst brauchst du saubere Struktur, Schema.org-Daten und eine glaubwürdige Autorenseite. Ein MCP-Server lohnt sich, wenn Agenten etwas tun sollen, etwa buchen oder bestellen, und du die Rechte sauber begrenzen kannst.

WebMCP ist ein Vorschlag von Google und Microsoft, über den Websites ihre Aktionen im Browser für KI-Agenten als Werkzeuge anbieten. Er läuft über die W3C Web Machine Learning Community Group und ist noch ein Entwurf.

Sie ersetzt das Ausarbeiten von Entwürfen, nicht die Entscheidung. Gestaltung wandert in Richtung Systeme, Abläufe und Geschmack, und genau dort bleibt der Mensch gefragt.

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Alex Januschewsky – Zertifizierter KI-Beauftragter und Werbefachmann
Alex Januschewsky

Alex Januschewsky ist Werbefachmann, zertifizierter KI-Beauftragter (ISO 42001, EU AI Act-Konformität) und Microsoft MVP Alumni. Seit 1989 in Werbung und Design aktiv, spezialisiert auf den professionellen Einsatz von Generativer KI: kreativ, strategisch, praxisnah. Seit über 30 Jahren entwickle ich Kommunikation, die nicht auf Hype setzt, sondern auf echte Wirkung. Klar, klug und mit einem tiefen Verständnis für Technologie und Sprache. In diesem Blog teile ich Ideen, Impulse und erprobtes Wissen für Unternehmer, Entscheider und KI-Enthusiasten, die mehr wollen als Schlagwörter und bunte Versprechen.

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Alex Januschewsky, Prompt Rocker, wohnhaft in Salzburg, tätig in Österreich
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