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Claude

Claude Plugins: Wie ein einziges Setup deinen gesamten KI-Workflow automatisiert

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2023 war das Jahr der Chatbots. 2024 war das Jahr der Workflows. 2026 ist das Jahr, in dem Anthropic den nächsten Schritt gemacht hat. Nicht mit einem neuen Modell, nicht nur mit der genialen neuen Funktion „Dispatch„, sondern mit einem Konzept, das die Art, wie du mit Claude arbeitest, grundlegend verändert: Plugins.

Ich sage das nicht, weil ich einen Trend brauche. Ich sage das, weil ich mir angeschaut habe, was Anthropic veröffentlicht hat, und weil ich verstehe, was hier wirklich passiert. Das ist kein Update. Das ist ein Systemwechsel. Und die meisten Unternehmer, die heute täglich mit KI-Tools arbeiten, haben es noch nicht bemerkt.

Dieser Artikel erklärt dir, was Claude Plugins sind, wie sie sich von Skills unterscheiden, welche offiziellen Plugins bereits verfügbar sind und wie du sie für deine eigene Arbeit einsetzen kannst, ob du Einzelunternehmer bist oder ein kleines Team führst.

Was ein Plugin eigentlich ist, und warum Skills nicht dasselbe sind

Das ist der Punkt, an dem die meisten Erklärungen scheitern. „Plugin“ klingt nach Erweiterung, nach Add-on, nach etwas, das du irgendwo einsteckst und das dann läuft. Das trifft es zur Hälfte.

Ein Plugin ist ein Paket. Es bündelt vier Dinge zusammen: Skills (also Anweisungen, die Claude beibringen, wie bestimmte Aufgaben zu erledigen sind), Connectors (Verbindungen zu externen Tools wie Google Drive, Slack oder Notion), Slash Commands (Schnellbefehle, die du mit /command aufrufst) und Sub-agents (parallele Arbeiter, die Teilaufgaben gleichzeitig übernehmen).

Statt jedes dieser Elemente einzeln aufzusetzen, installierst du ein Plugin und hast vom ersten Gespräch an ein fertiges Setup.

Was das konkret bedeutet: Der Unterschied zwischen Skills und Plugins ist derselbe wie zwischen einzelnen Lego-Steinen und dem fertigen Modell. Ein einzelner Skill könnte Claude beibringen, Status-Updates in deinem persönlichen Kommunikationsstil zu schreiben. Das Plugin holt sich die aktiven Projekte direkt aus Notion, schreibt für jeden Kunden einen individuellen Status-Update-Entwurf und legt ihn in Gmail als Entwurf ab. Ein einziger Befehl, fünf Kunden abgedeckt.

Skills sind Fähigkeiten. Plugins sind der Workflow, der die richtigen Fähigkeiten im richtigen Moment einsetzt. Ich dachte anfangs, das sei eine Marketing-Unterscheidung. Bis ich verstanden habe, was hier wirklich passiert: Der manuelle Koordinationsaufwand zwischen verschiedenen KI-Elementen fällt weg. Du setzt es einmal auf, und dann läuft es.

Das klingt größer als es ist. Oder kleiner. Je nachdem, wie du heute mit KI arbeitest.

Die 11 offiziellen Claude Plugins von Anthropic

Anthropic hat am 30. Jänner 2026 elf Plugins veröffentlicht, alle kostenlos, alle Open Source, alle auf GitHub verfügbar unter github.com/anthropics/knowledge-work-plugins. Ich liste sie nicht auf, um vollständig zu sein, sondern um dir einen realistischen Überblick zu geben, was sofort einsetzbar ist:

Sales deckt Call-Vorbereitung, Wettbewerbsanalyse und Account-Pläne ab. Marketing liefert SEO-Audits, E-Mail-Sequenzen und Content Briefs. Legal reviewt Verträge, erstellt Compliance-Checklisten und bewertet Risiken. Finance arbeitet mit Finanzmodellen, Budgetanalysen und Prognosen. Customer Support verwaltet Ticket-Antworten und Eskalations-Workflows.

Dazu kommen Product Management für PRDs und Roadmap-Planung, Data Analysis für Dashboards und Visualisierungen, Enterprise Search für plattformübergreifende Suche, Biology Research für Literaturrecherche und Experimentdesign, Productivity für Aufgabenmanagement und Meeting-Vorbereitung und schließlich Plugin Create, mit dem du eigene Plugins von Grund auf baust.

Das ist kein zufälliger Mix. Das sind die zentralen Wissensbereiche, in denen Unternehmen täglich wiederkehrende Aufgaben haben.

Wo Plugins für EPU und KMU sofort Sinn machen

Ich mache das nicht als Konzern. Ich mache das als Einzelkämpfer. Und genau deshalb interessieren mich primär die Plugins, die operative Entlastung bringen, nicht jene, die für 500-Personen-Teams gebaut wurden.

Das Marketing-Plugin ist für jemanden wie mich ein klarer erster Test. Allein der /marketing:seo-audit-Befehl, der jede beliebige URL auf SEO-Probleme analysiert, ist für meine tägliche Arbeit mit Kundenwebsites ein direkter Zeitgewinn. Das Sales-Plugin mit /sales:call-prep ist für alle interessant, die regelmäßig Kundengespräche führen und bisher diesen Rechercheschritt manuell erledigt haben.

Das ist kein Versprechen. Das ist eine Beobachtung aus der Praxis.

Slash Commands: Die wichtigsten Befehle im Überblick

Slash Commands sind das sichtbare Interface der Plugins. Du tippst / in den Chat, siehst alle verfügbaren Befehle deiner installierten Plugins und wählst aus. Oder du klickst auf das +-Symbol und navigierst von dort aus.

Hier sind die Commands, die ich für die meisten Solo-Operatoren und kleinen Teams als direkten Einstieg empfehle:

Aus dem Marketing-Plugin:

  • /marketing:seo-audit: Analysiert eine URL auf SEO-Schwachstellen
  • /marketing:email-sequence: Generiert eine mehrteilige E-Mail-Kampagne
  • /marketing:competitive-brief: Recherchiert Wettbewerber und erstellt einen strukturierten Brief

Aus dem Sales-Plugin:

  • /sales:call-prep: Recherchiert einen Interessenten und erstellt ein Gesprächs-Briefing
  • /sales:account-plan: Baut einen strategischen Account-Plan
  • /sales:objection-handling: Generiert Antworten auf typische Einwände

Aus dem Data-Plugin:

  • /data:clean-dataset: Standardisiert unordentliche Datensätze
  • /data:visualize: Erstellt Charts aus Rohdaten

Was ich daran schätze: Du musst nicht wissen, wie der Workflow im Hintergrund läuft. Du musst nur den richtigen Befehl kennen. Das ist der Unterschied zwischen einem Tool und einem Werkzeug, das tatsächlich genutzt wird.

Connectors: Wie Claude auf deine echten Daten zugreift

Hier ist, was ich beobachte: Die meisten Menschen nutzen Claude mit Daten, die sie manuell hineinkopieren. Das funktioniert. Aber es skaliert nicht.

Connectors lösen dieses Problem. Sie verbinden Claude mit den Tools, in denen deine Daten tatsächlich leben. Ohne Connector kann Claude nur mit dem arbeiten, was du einfügst. Mit Connector kann Claude live in deinem Drive suchen, deine E-Mails lesen, deinen Kalender abfragen und auf Basis dieser Daten handeln.

Die verfügbaren Connectors umfassen unter anderem: Google Drive, Gmail, Google Calendar, Slack, Notion, Asana, DocuSign, Salesforce, FactSet, Linear und Monday.com. Die Liste wächst.

Die Einrichtung ist direkt über Cowork möglich: Anpassen > Konnektoren > + drücken > Connectors durchsuchen > Tool suchen > + drücken. Das war es.

Was das in der Praxis bedeutet: Ein Plugin, das deinen Kalender kennt, deinen Posteingang lesen kann und weiß, welche Projekte in Notion aktiv sind, arbeitet mit echten Informationen, nicht mit dem, woran du gerade gedacht hast, sie einzufügen.

Das ist der Punkt, an dem es interessant wird. Nicht die Technologie selbst, sondern was entsteht, wenn deine tatsächlichen Arbeitsdaten mit den Fähigkeiten von Claude zusammenkommen.

So installierst du ein Plugin

Der Prozess ist einfacher, als der Umfang dieses Artikels vermuten lässt:

  1. Öffne Cowork (das ist Anthropics Desktop-Tool für nicht-technische Nutzer)
  2. Klicke in der Seitenleiste auf Anpassen
  3. Finde „Plugins“ und klicke auf das + Symbol
  4. Browse durch die verfügbaren Plugins
  5. Klicke bei deinem gewünschten Plugin auf „Installieren“

Fertig. Plugins werden lokal auf deinem Gerät gespeichert. Du musst nichts deployen, nichts konfigurieren, nichts coden.

Sobald das Plugin installiert ist, siehst du seine Slash Commands sofort im Chat, wenn du / eintippst.

Ich finde, das ist ein wichtiger Punkt: Anthropic hat hier bewusst eine niedrige Einstiegshürde gewählt. Du musst kein Entwickler sein, um mit Plugins produktiv zu werden. Der fortgeschrittene Teil, das Anpassen und Bauen eigener Plugins, kommt erst danach.

Plugins anpassen: Warum du nicht beim Standard bleiben solltest

Die offiziellen Plugins sind Ausgangspunkte. Sie funktionieren. Aber sie sind nicht auf dein Business abgestimmt.

Du kannst jedes installierte Plugin anpassen. Klicke auf „Verwalten“ im Plugin-Interface, und Claude führt dich durch den Anpassungsprozess. Was du dort ändern kannst:

  • Die Connectors tauschen, falls du andere Tools verwendest als die Standardkonfiguration
  • Die Terminologie deines Unternehmens hinzufügen
  • Workflows an deine tatsächlichen Prozesse anpassen
  • Custom Skills ergänzen, die spezifisch für deine Branche oder dein Angebot sind

Der Prompt, den Anthropic selbst empfiehlt, lautet sinngemäß: Passe dieses Plugin an, wie mein Team tatsächlich arbeitet. Wir nutzen [Tools]. Unser Prozess für [Workflow] ist [Beschreibung]. Aktualisiere Skills und Commands entsprechend.

Ich sage das nicht, um zu beeindrucken: Dieser Anpassungsschritt ist der eigentliche Hebel. Ein generisches Marketing-Plugin ist brauchbar. Ein Marketing-Plugin, das weiß, wie du kommunizierst, welche Tools du nutzt und wie dein typischer Content-Prozess aussieht, ist ein anderes Werkzeug.

Eigene Plugins bauen: Was steckt dahinter?

Das ist der Teil für alle, die einen Schritt weiter gehen wollen. Und für alle, die Workflows haben, die in keinem der elf offiziellen Plugins abgebildet sind.

Anthropic stellt dafür das Plugin Create-Plugin zur Verfügung. Ja, das klingt zirkulär. Du nutzt ein Plugin, um Plugins zu bauen. Aber es funktioniert.

Die technische Grundstruktur eines eigenen Plugins sieht so aus:

my-plugin/
├── plugin.json          # Manifest-Datei
├── commands/            # Slash Commands
│   └── my-command.md
├── skills/              # Einzelne Skills
│   └── my-skill/
│       └── SKILL.md
└── .mcp.json           # Connector-Konfiguration

Das plugin.json ist das Manifest: Es definiert, was das Plugin heißt, was es kann und welche Connectors es benötigt. Die commands/-Verzeichnisse enthalten die einzelnen Slash-Command-Definitionen als Markdown-Dateien. Die skills/-Verzeichnisse enthalten die Anweisungen in SKILL.md-Dateien. Die .mcp.json konfiguriert die externen Tool-Verbindungen über das Model Context Protocol.

Was mich daran interessiert: Die Architektur ist dieselbe, die ich aus meiner eigenen Arbeit mit Claude-Skills kenne. Skills als SKILL.md-Dateien, Connectors über MCP. Wer bereits mit diesen Konzepten gearbeitet hat, kann ohne große Lernkurve eigene Plugins erstellen.

Und jetzt kommt der Teil, der die meisten überrascht: Du musst das nicht manuell aufbauen. Du beschreibst deinen Workflow in natürlicher Sprache, und Claude erstellt die Plugin-Struktur für dich. Der empfohlene Einstiegsprompt lautet: Ich möchte ein Plugin für [deinen Workflow] bauen. Führe mich durch die Erstellung der Plugin-Struktur, Skills und Commands. Mein Workflow umfasst [Beschreibung der Schritte].

Was Claude Plugins für EPU und KMU in der Praxis bedeuten

Lass mich das konkret machen, weil abstrakte Vorteile nichts bringen.

Vor Plugins war die typische Arbeitsweise mit Claude so: Du öffnest ein Gespräch, du lädst manuell die richtigen Skills, du verknüpfst die richtigen Tools, du erinnerst dich, welchen Prompt du letztes Mal verwendet hast, der gut funktioniert hat. Dann fängst du an. Und beim nächsten Gespräch fängst du wieder von vorne an.

Das ist kein Vorwurf an Claude. Das ist die Natur von Werkzeugen, die noch nicht systemisch integriert sind.

Mit Plugins verändert sich das grundlegend. Du installierst ein Plugin einmal. Alles, was du konfiguriert hast, ist sofort verfügbar. Ein Befehl, und ein vollständiger agentic Workflow läuft an, holt Daten aus deinen echten Tools, verarbeitet sie mit den richtigen Skills und liefert dir das fertige Ergebnis zurück.

Was das für jemanden bedeutet, der wie ich täglich mit mehreren Kunden arbeitet, eigene Workflows betreibt und Content für verschiedene Plattformen produziert: Das ist der Übergang von KI als Assistent zu KI als integriertem Betriebssystem der eigenen Arbeit.

Die Menschen, die das früh verstehen und einsetzen, werden tatsächlich so arbeiten, als hätten sie ein Team. Nicht weil KI alles kann, sondern weil sie die richtigen Aufgaben zur richtigen Zeit an das richtige Tool delegieren.

Das ist keine Übertreibung. Das ist, was ich in meiner eigenen Praxis beobachte, und der Abstand zwischen denen, die diese Systeme beherrschen, und denen, die noch auf einzelne Prompts setzen, wird größer.

Die Plugins funktionieren auch in Dispatch! Du kannst jetzt auch ganz leicht die SEO deiner Webseite vom Smartphone aus überprüfen lassen.

Warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist, damit zu starten

Ich bin seit 1989 in der Kommunikationsbranche. Ich habe Wellen kommen und gehen sehen. Desktop Publishing. Internet. Mobile. Social. Jede dieser Wellen hatte eine Phase, in der die meisten gewartet haben, bis „das Ganze klarer wird.“ Die, die in dieser Phase gehandelt haben, hatten einen Vorsprung, den die anderen nie ganz aufgeholt haben.

Claude Plugins sind keine Welle. Sie sind ein Infrastrukturschritt, der bestimmt, wie KI-Arbeit in den nächsten Jahren strukturiert sein wird. Das Konzept ist klar, die Tools sind kostenlos verfügbar, die Einstiegshürde ist niedrig.

Was ich empfehle: Fang mit dem Plugin an, das deinem primären Arbeitsfeld am nächsten ist. Marketing, Sales, Productivity. Installiere es. Teste zwei oder drei Slash Commands. Dann, wenn du weißt, wie es sich anfühlt, konfiguriere es nach deinen realen Prozessen um.

Du kannst warten, bis alle anderen es verstanden haben. Oder du fängst jetzt an.

Die Frage ist nicht ob, sondern wann.

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about.me
Alex Januschewsky – Zertifizierter KI-Beauftragter und Werbefachmann
Alex Januschewsky

Alex Januschewsky ist Werbefachmann, zertifizierter KI-Beauftragter (ISO 42001, EU AI Act-Konformität) und Microsoft MVP Alumni. Seit 1989 in Werbung und Design aktiv, spezialisiert auf den professionellen Einsatz von Generativer KI: kreativ, strategisch, praxisnah. Seit über 30 Jahren entwickle ich Kommunikation, die nicht auf Hype setzt, sondern auf echte Wirkung. Klar, klug und mit einem tiefen Verständnis für Technologie und Sprache. In diesem Blog teile ich Ideen, Impulse und erprobtes Wissen für Unternehmer, Entscheider und KI-Enthusiasten, die mehr wollen als Schlagwörter und bunte Versprechen.

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Alex Januschewsky, Prompt Rocker, wohnhaft in Salzburg, tätig in Österreich
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