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Out of Blog: Warum digitalhandwerk jetzt zwei Wochen leiser wird (und ich nicht ganz)

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Heute ist Freitag. Mein letzter Bürotag, bevor ich für zwei Wochen mit der Familie nach Italien verschwinde, und mein Schreibtisch schaut gerade aus, als hätte jemand einen kleinen Elektronikfachmarkt zur Explosion gebracht. MacBook Air, iPad, zwei iPhones, die Apple Watch, alle Kabel, die dazugehören. Meine These, mit der ich seit Jahren in der Beratung lebe und die ich mir selbst nie ganz geglaubt habe: Digitaler Detox ist für die meisten von uns eine schöne Geschichte, keine Realität. Was du in den nächsten zwei Wochen von mir bekommst, ist trotzdem weniger Prompt Rocker und mehr Strand, Sonnencreme und Ruhe. Aber ganz offline bin ich nie, das wäre gelogen, und genau darüber schreib ich jetzt, bevor ich den Laptop zuklappe und Richtung Adria fahre.

Um halb fünf war ich heute schon wach, wie eigentlich jeden Tag, nur dass ich diesmal nicht als Erstes die Blogstatistiken aufgemacht hab, sondern die Wetter-App für Lignano. Zwei Wochen ohne den morgendlichen Griff zum Dashboard, das wird die eigentliche Übung, nicht das Nicht-Anschauen des Handys am Strand. Wer seit über drei Jahrzehnten selbstständig ist, hat sich das frühe Aufstehen so tief einprogrammiert, dass auch der Urlaub es nicht einfach abschaltet. Das ist keine Beschwerde, das ist einfach der ehrliche Ausgangspunkt für alles, was jetzt kommt.

Warum ich das ganze Arsenal einpacke, obwohl ich abschalten will

Ich hab das vor ein paar Monaten schon einmal aufgedröselt, in einem zehnminütigen Monolog über meinen digitalen Maschinenraum. Damals hab ich geschrieben, dass ein Urlaub ohne meine Geräte für mich kein Gewinn an Freiheit wäre, sondern ein Verlust an Souveränität. Das klingt größer, als es ist, aber ich steh dazu. Das MacBook Air kommt mit, weil es flach genug für jede Tasche ist und mir die Sicherheit gibt, im Notfall handlungsfähig zu sein. Das iPad ist der Reisebegleiter für alles, was kein Tastatur-Tempo braucht: Fachartikel querlesen, Ideen sammeln, während meine Frau noch am Strand liegt. Und die iPhones sind sowieso immer dabei, weil sie das nun mal sind.

Ich würde das eigentlich anders formulieren wollen, so nach dem Motto „ich reduziere radikal“, aber genauer ist: Ich wähle bewusster aus, was ich anfasse, nicht ob. Das ist ein feiner, aber wichtiger Unterschied, wenn man sich selbst seit 35 Jahren als Selbstständigen kennt. Wer sein ganzes Berufsleben lang nie wirklich abgeschaltet hat, dem hilft es wenig, sich für zwei Wochen etwas vorzumachen. Ehrlicher ist: Ich lege die Werkzeuge dort hin, wo sie mir dienen, und genau dort bleiben sie liegen, wenn wir am Strand von Lignano Sabbiadoro sitzen und später beim Croce del Sud Fisch essen.

Wer schaut eigentlich aufs Büro, wenn ich am Strand liege?

Das ist die Frage, die mir diese Woche gleich drei Kunden gestellt haben, und die ehrliche Antwort überrascht viele. Ich lass Claude Cowork zwei Wochen lang mein Büro betreuen. Kein Scherz, keine Marketingfloskel. Ich hab meinen Ordner mit Stilguides, laufenden Projekten und Vorlagen längst so aufgebaut, wie ich das selbst in meinem Leitfaden zu Claude Cowork beschrieben hab, und genau das zahlt sich jetzt aus. Cowork sitzt auf meinem Rechner, kennt meine Kundenordner, meinen Ton, meine offenen Baustellen, und arbeitet weiter, während ich in der Sonne liege.

Das heißt nicht, dass ich blind vertraue. Ich hab in einem anderen Artikel schon mal durchgespielt, wann Chat der richtige Modus ist und wann Cowork, und der Punkt bleibt derselbe: Cowork plant und arbeitet, aber es meldet sich, wenn eine echte Entscheidung fällig ist, die nur ich treffen kann. Für die zwei Wochen bedeutet das konkret: Laufende Kundenanfragen werden vorstrukturiert, Textentwürfe liegen bereit, wenn ich zurückkomme, und wenn irgendwo eine Deadline kollidiert, bekomm ich eine Nachricht aufs Handy, keine Panik, nur Information. Ich bin mir da nicht zu hundert Prozent sicher, wie gut das über zwei ganze Wochen ohne mein tägliches Eingreifen trägt, das ist ehrlich gesagt selbst für mich ein kleines Experiment. Aber genau deshalb mach ich das jetzt, und nicht erst, wenn ich es theoretisch für ausgereift halte.

Schauen wir mal, was daraus wird. Wenn Cowork sich in einer komplexen Unteraufgabe verläuft, was laut meiner eigenen Erfahrung in etwa zehn Prozent der Fälle passiert, merk ich das spätestens beim Durchsehen nach der Rückkehr (oder ich schau vom Strand aus mal rein). Ich würde nie ein Mail an einen Kunden automatisiert rausschicken, ohne es selbst gelesen zu haben, Urlaub hin oder her. Das war schon vor Cowork meine Regel, und die ändert sich nicht, nur weil ich gerade woanders bin.

Was das Ganze überhaupt erst tragfähig macht, sind die Connectoren, also die Anbindung an Gmail und Google Calendar. Ohne die wäre Cowork ein kluger Texter mit Zugriff auf einen Ordner, mehr nicht. Mit den Connectoren scannt es meine Woche, erkennt Terminkollisionen, bevor sie zum Problem werden, und bereitet Antworten für die E-Mails vor, die wirklich dringend sind. Ich bekomm dadurch keine hundert Prozent Ruhe, das wäre gelogen, aber ich bekomm eine sortierte, priorisierte Version meines Postfachs statt einer ungefilterten Flut, in der die wichtige Nachricht eines Kunden zwischen zwanzig Newslettern untergeht. Das ist der Unterschied zwischen Erreichbarkeit und Dauerstress, und genau den brauch ich für zwei Wochen Italien.

Das Einzige, was mich aus der Liege reißen könnte

Es gibt einen Termin, der mir schon seit Wochen im Nacken sitzt, und ausgerechnet der fällt mitten in meine Auszeit: der 2. August 2026. Ich hab gerade erst aufgedröselt, was an diesem Datum wirklich greift und was noch verschoben wird, und die Kurzfassung ist: Die Transparenzpflichten aus Artikel 50 bleiben auf diesem Datum stehen, ganz gleich, was der Digital Omnibus sonst noch verschiebt. Für EPU und KMU heißt das, die KI-Kennzeichnung bei veröffentlichten Inhalten wird an diesem Tag scharf geschalten, offiziell nachzulesen bei der Europäischen Kommission zum AI Act. Das ist kein Beinbruch für die meisten meiner Kunden, aber es ist real, und es ist genau die Art von Nachricht, bei der ich nicht zwei Wochen stumm bleiben will.

Das Timing ist fast schon komisch. Wir sind Anfang August wieder in Salzburg, also noch vor dem Stichtag, aber sollte sich in der Zwischenzeit doch noch etwas Grundlegendes ändern, etwa eine überraschende Verschiebung der Verschiebung, dann blog ich das. Vom Balkon, zwischen Dusche und Abendessen, mit dem iPad auf den Knien und einem Achterl in Reichweite. Das ist keine Drohung, das ist ein Versprechen: Wenn’s wirklich wichtig wird, bin ich da. Alles andere kann zwei Wochen warten, und das meine ich ernst.

Was du in der Zwischenzeit von mir bekommst, und was nicht

Was du nicht bekommst: den gewohnten Rhythmus. Keine vier, fünf Artikel pro Woche, keine tägliche LinkedIn-Präsenz, kein Nachfassen auf jede neue Modell-Ankündigung, die irgendein Anbieter gerade rausposaunt. Die Kundin, mit der ich vor Kurzem gearbeitet hab, hat mich neulich gefragt, ob mein Gehirn eigentlich jemals eine Pause macht. Die ehrliche Antwort war bisher immer „kaum“. Diesmal versuch ich es anders, und mein „nie schlafen wollendes“ Gehirn wird das nicht gern hören, aber genau deshalb muss es sein.

Was du bekommst: gelegentliche, kurze Lebenszeichen, wenn wirklich etwas passiert, das die Wartezeit nicht wert ist. Vielleicht ein Foto vom Strand mit einem Satz dazu, vielleicht ein kurzer Gedanke, der mir zwischen zwei Espressi einfällt. Keine ausführlichen Analysen, keine 2000-Wörter-Monster wie diesen Text hier, den ich mir als letzte Fleißaufgabe noch selbst auferlegt hab, bevor ich den Rechner zuklapp. Das macht schon Sinn so, finde ich: Wer ständig volle Kanne liefert, verliert irgendwann den Unterschied zwischen wichtig und wichtig klingend. Zwei Wochen mit reduzierter Frequenz sind auch für die Leser hier eine Art Realitätscheck: Was von dem, was ich sonst schreibe, hätte auch eine Woche später noch gegolten? Vermutlich das meiste.

Meine Frau würde jetzt sagen, ich soll aufhören, das Ganze zu einer Content-Strategie zu erklären, und einfach in den Urlaub fahren. Sie hat, wie immer, recht.

Für LinkedIn, Instagram, Threads, Bluesky, W Social und den WhatsApp Kanal gilt dasselbe Prinzip wie fürs Blog: reduzierte Frequenz, keine Funkstille. Wenn Cowork in der Zwischenzeit etwas gefunden hat, das ich für veröffentlichungsreif halte (Stichwort: tägliche Routinen), geht es raus. Was nicht passiert: dass ich vom Liegestuhl aus jede Diskussion unter jedem Post mitverfolge und beantworte. Wer mir dort schreibt und zwei Wochen keine Antwort bekommt, soll wissen, das ist keine Ignoranz, das ist Urlaub. Zur Not landet die Nachricht eh in meinem wöchentlichen Briefing, das mir Claude über Kalender und Postfach zusammenstellt, sobald ich zurück bin.

Strand, Essen, Trinken: Der Plan, soweit unsere Familie überhaupt einen braucht

Wenn mich jemand fragt, was auf dem Programm steht, sag ich ehrlich: nichts, und genau das ist der Plan. Aufstehen, wenn der Körper das will und nicht der Wecker. Kaffee, Frühstück, ein Blick aufs Meer, dann runter an den Strand. Mittags vielleicht irgendwas Einfaches, abends dafür richtig, mit Wein, den ich zu Hause nie so trinken würde, weil ich am nächsten Tag früh raus muss. Hier muss ich das nicht. Das ist wahrscheinlich der eigentliche Luxus an so einer Auszeit, nicht das Meer selbst, sondern dass niemand um sieben Uhr früh eine E-Mail erwartet.

Mit vier Erwachsenen unter einem Dach, meiner Frau, mir und unseren beiden Söhnen, sieht so ein Urlaubstag naturgemäß nicht bei allen gleich aus. Die Jungs werden am Strand schlafen, baden, einfach „chillen“. Ich für meinen Teil werde vermutlich mehr Zeit mit einem Buch verbringen als mit dem iPad, was für jemanden, der beruflich ständig über KI schreibt, fast schon ein kleiner Rückschritt ins vorige Jahrhundert ist. Ich freu mich drauf.

Zwei Wochen, ein Motorrad, das stillsteht

Was auch für zwei Wochen in der Garage bleibt: die Dragstar. Das ist vielleicht die ungewohnteste Umstellung von allen, mehr noch als das reduzierte Blogtempo. Sonst sitz ich, wann immer es geht, drauf und lass den Kopf frei werden, in Italien fährt stattdessen mein Ford Mustang Mach-e mit vier Leuten und sicher zu viel Gepäck. Auch das ist eine Form von Auszeit, nur eine andere, als ich sie sonst gewohnt bin.

Was bleibt, ist das Prinzip, mit dem ich seit 1989 selbstständig bin: Werkzeuge sind dazu da, dass sie dir dienen, nicht umgekehrt. Das gilt für ein Motorrad genauso wie für ein MacBook, und es gilt erst recht für eine KI, die gerade mein Büro hütet, während ich mit den Zehen im Sand sitze. Cowork arbeitet, ich entscheide, wenn ich zurück bin, was davon gut war und was nicht.

Was am Ende bleibt, wenn ich zurückkomme

Ich weiß aus Erfahrung, wie sich die ersten Bürotage nach so einer Auszeit anfühlen. Ein voller Posteingang, ein paar Überraschungen, mit denen ich nicht gerechnet hab, und die gute Gewissheit, dass nichts davon wirklich Feuer hatte, sonst hätte ich es ja am Strand erfahren. Genau das ist der Test, den ich mir selbst stelle: Wenn Cowork zwei Wochen lang solide vorgearbeitet hat und ich am ersten Montag zurück eher aufräume als lösche, dann war das Experiment die Mühe wert. Wenn nicht, weiß ich wenigstens genau, wo ich beim nächsten Mal enger begleiten muss, und auch das ist ein brauchbares Ergebnis.

Bis dahin: Grüße von der Adria, wenn’s was zu sagen gibt, und ansonsten einfach zwei Wochen Ruhe, für mich, für meine Familie, und ehrlich gesagt auch für dieses Blog, das sich das nach den letzten Monaten redlich verdient hat. Wer in der Zwischenzeit selbst überlegt, wie viel von der eigenen Erreichbarkeit tatsächlich nötig ist und wie viel nur Gewohnheit, dem leg ich die Frage gern mit auf den Weg. Sie hat mich diese Woche selbst länger beschäftigt, als mir lieb war.

Wir lesen uns wieder, spätestens Anfang August. Bis dahin: Cowork macht seinen Job, ich meinen, und keiner von uns beiden muss dafür ständig online sein.

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Alex Januschewsky – Zertifizierter KI-Beauftragter und Werbefachmann
Alex Januschewsky

Alex Januschewsky ist Werbefachmann, zertifizierter KI-Beauftragter (ISO 42001, EU AI Act-Konformität) und Microsoft MVP Alumni. Seit 1989 in Werbung und Design aktiv, spezialisiert auf den professionellen Einsatz von Generativer KI: kreativ, strategisch, praxisnah. Seit über 30 Jahren entwickle ich Kommunikation, die nicht auf Hype setzt, sondern auf echte Wirkung. Klar, klug und mit einem tiefen Verständnis für Technologie und Sprache. In diesem Blog teile ich Ideen, Impulse und erprobtes Wissen für Unternehmer, Entscheider und KI-Enthusiasten, die mehr wollen als Schlagwörter und bunte Versprechen.

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Alex Januschewsky, Prompt Rocker, wohnhaft in Salzburg, tätig in Österreich
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