Ich verliere nie den Überblick. Das ist keine Fähigkeit von mir. Das ist ein System.
Und das System heißt seit ein paar Wochen: Notion + Claude + ein kostenloses Template, das man in zehn Minuten einbaut und sofort produktiv nutzt. Nicht als Experiment, sondern als echter Arbeitsalltag.
Was mich daran überrascht hat: nicht wie komplex die Einrichtung ist, sondern wie lächerlich einfach das Ganze funktioniert, wenn man es erst mal versteht.
Das Problem mit Projektübersichten
Ich arbeite gleichzeitig an mehreren Dingen. VINCI, mein eigener KI-Assistent als Desktop-App. Automatisierungen für Kunden. Client-Projekte mit unterschiedlichem Status. Dazu noch die eigene Infrastruktur auf Hetzner und Mittwald, die gepflegt werden will.
Irgendwo in diesem Chaos lauert der Moment, wo man nicht mehr weiß, was gerade aktiv ist, was wartet, und was man eigentlich als Nächstes anpacken sollte. Ich kenne das gut. Und ich habe aufgehört, es mit Willenskraft zu managen.
Das Problem ist nicht fehlendes Wissen über den eigenen Projektstand. Das Problem ist, dass man das Wissen an zwei verschiedenen Orten hat: im Kopf und im Tool. Und die zwei synchronisieren sich nicht von selbst.
Hier kommt Notion ins Spiel, kombiniert mit einem KI-Assistenten, der tatsächlich lesen, schreiben und strukturieren kann.
Das Template: Claude Dashboard von ThatVibeCoder
Ich bin über das Claude Dashboard Template von ThatVibeCoder gestolpert. Der Full Name des Erstellers ist auf seiner Plattform als „That Vibe Coder“ bekannt, ein KI-Automation-Entwickler mit über 50.000 Notion-Nutzern in seiner Community.
Das Template ist kostenlos über seine Beehiiv-Newsletter-Seite erhältlich: https://thatvibecoders-newsletter.beehiiv.com/products/claude-dashboard
Was darin steckt, ist mehr als ein hübsches Dashboard. Es ist eine durchdachte Arbeitsstruktur für die Claude-spezifische Nutzung in Notion. Konkret findest du darin:
Eine Projektverwaltung mit Status-Tracking, Prioritäten, Bereichen (Content, Dev, Design, Learning, Personal) und einer Timeline-Ansicht. Dazu Felder für Completion Percentage, die aus dem Status-Feld automatisch berechnet werden, verknüpfte Tasks pro Projekt, und Schnellzugriff-Buttons direkt im Dashboard.
Einen Navigationsbereich mit Sektionen für Skills, Plugins, Prompts, Dokumente, Frameworks, MCP Server und Terminal Commands. Das ist kein Dekoration, sondern ein Knowledge-Hub, der Claude als Kontext-Lieferant dient.
Eine Aufgabenverwaltung, direkt verknüpft mit den Projekten.
Ich habe das Template in mein bestehendes Notion eingebaut und auf Deutsch angepasst. Die Sektion „Willkommen“ zeigt jetzt meinen eigenen Namen, die Projektliste zeigt meine echten laufenden Vorhaben, und die Navigation verlinkt auf meine tatsächlichen Arbeitsbereiche.
Der Screenshot unten zeigt, wie mein adaptiertes Dashboard aktuell aussieht.

Wie ich Claude damit verbunden habe
Das ist der Teil, der die meisten überrascht: Es braucht keine Automation, kein n8n, keinen Webhook. Die Verbindung zwischen Claude und Notion funktioniert über eine native MCP-Integration, die Claude.ai direkt mitbringt.
Ich bin KI-Berater für EPU und KMU in Österreich und arbeite täglich mit Automatisierungen. Aber hier ist ausnahmsweise mal der einfache Weg. Der richtige Weg!
Was du brauchst
- Einen kostenlosen Notion-Account.
- Das Claude Dashboard Template (Link oben, kostenlos).
- Einen Claude.ai-Account (gratis oder Pro).
- Die Notion-Integration in Claude aktiviert.
Notion-Integration aktivieren
Gehe in Claude.ai zu den Einstellungen. Unter dem Bereich „Anpassen“ findest du Notion als Option in den „Konnektoren“. Einmal autorisieren, den Zugriff auf deinen Workspace erlauben, fertig.
Von diesem Moment an kann Claude dein Notion lesen und schreiben. Nicht theoretisch. Wirklich.
Claude anweisen, das Dashboard aktuell zu halten
Und das ist die eigentliche Pointe: Du musst kein Skript schreiben. Du sagst Claude einfach, was er tun soll.
Ein Beispiel aus meiner Praxis. Ich arbeite gerade an VINCI, meinem Desktop-KI-Assistenten, und an einem neuen Automatisierungsprojekt für einen Kunden. Am Ende einer längeren Arbeitssession tippe ich in Claude:
„Aktualisiere mein Claude Dashboard in Notion. Das Projekt VINCI hat den Status ‚In Progress‘, Priorität High, Bereich Dev. Das Kundenprojekt ist neu, Status ‚Not Started‘, Priorität Medium, Bereich Content.“
Claude findet das Dashboard, identifiziert die Projektdatenbank, trägt die Einträge ein, setzt die richtigen Status-Werte und Prioritätslabels. Ich sehe das Ergebnis direkt in Notion, ohne die App zu wechseln oder etwas manuell einzutippen.
Was hier passiert, ist konzeptionell wichtig: Claude hat Lese- und Schreibzugriff auf strukturierte Notion-Datenbanken und kann Einträge mit korrekten Property-Typen befüllen, also Status-Felder mit den richtigen Optionen, Select-Felder mit vordefinierten Werten, Datumsfelder im richtigen Format.
Was das in der Praxis bedeutet
Ich nutze das Claude Dashboard täglich für drei Dinge.
Erstens: Tagesbriefing. Ich frage Claude am Morgen, welche Projekte in Notion gerade den Status „In Progress“ haben und was als Nächstes dran ist. Claude liest die Datenbank, gibt mir eine strukturierte Übersicht, ohne dass ich selbst durch Notion navigieren muss.
Zweitens: Statusupdates nach Arbeitssessions. Nach einer fokussierten Einheit sage ich Claude, was sich verändert hat. Er trägt es ein. Das dauert zehn Sekunden statt drei Minuten.
Drittens: Querverknüpfungen. Das Dashboard verknüpft Projekte mit Tasks, mit Frameworks, mit Skills. Wenn ich Claude sage, einen neuen Task einem bestehenden Projekt zuzuordnen, erledigt er das inklusive der Relation.
Das klingt nach Kleinkram. Aber es ist der Unterschied zwischen einem System, das man nutzt, und einem System, das man pflegen muss. Wenn Pflege zu Aufwand wird, stirbt das System.
Zur Klarheit, weil die Begriffe oft durcheinandergeraten
MCP (Model Context Protocol) ist ein offener Standard, der KI-Modellen ermöglicht, mit externen Tools zu kommunizieren, also Daten lesen und schreiben. Claude nutzt MCP, um auf Notion, Google Calendar, Gmail und andere Services zuzugreifen.
Notion-Integration via MCP bedeutet, dass Claude.ai über eine autorisierte Verbindung direkt auf deinen Workspace zugreift. Kein Zwischendienst, kein eigenes Backend nötig.
Das hängt zusammen, ist aber nicht dasselbe wie ein vollständig automatisierter Workflow via n8n oder Make, wo ein Trigger eine Kette auslöst. Hier bist immer noch du derjenige, der Claude aktiv anweist. Der Unterschied ist: die Ausführung übernimmt Claude.
Was das Template nicht ist
Ich sage das direkt, weil ich keine falschen Erwartungen wecken will.
Das Claude Dashboard ist kein autonomes System, das sich selbst befüllt. Claude schreibt nicht proaktiv in Notion, ohne dass du ihn dazu aufforderst. Es ist kein KI-Agent, der im Hintergrund läuft.
Was es ist: eine sehr gute Struktur, die Notion als zentrales Speicher- und Navigationssystem nutzt, und Claude als den intelligenten Layer darüber, der auf Anweisung liest, strukturiert und einträgt.
Für EPU und kleine Teams ist das der ideale Einstieg. Kein Overhead, keine Infrastruktur, kein technisches Setup.
Häufige Fragen zum Claude Notion Dashboard
Ja. Die Notion-Integration ist nicht auf Claude Pro beschränkt. Die Anzahl der Nachrichten pro Tag ist beim Free-Tier begrenzt, aber die Funktionalität ist identisch.
Claude kann theoretisch alles, wozu der Notion-API-Token berechtigt ist. Ich empfehle, Löschungen immer explizit zu bestätigen, also Claude niemals pauschal die Anweisung geben, „veraltete Einträge zu entfernen“, ohne die Liste vorher zu sehen.
Vollständig anpassbar. Ich habe die Sprache auf Deutsch geändert, eigene Projekte angelegt, nicht benötigte Sektionen entfernt. Claude findet die Struktur durch die Schema-Information der Datenbank, nicht durch einen fixen Template-Namen.
Notion ist ein US-amerikanischer Dienst. Wenn du personenbezogene Daten von Kunden darin verwaltest, brauchst du eine Auftragsverarbeitungsvereinbarung mit Notion. Für eigene Projektnotizen ohne Kundendaten ist das für die eigene Arbeitsorganisation in der Regel unkritisch.
Das Template holst du dir hier: https://thatvibecoders-newsletter.beehiiv.com/products/claude-dashboard
Einmal einbauen. Einmal die Integration aktivieren. Dann nie wieder das Gefühl, den Überblick zu verlieren.