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——— aus der werkstatt

Gesellschaft

Dein Kind hat einen neuen besten Freund. Die Schule erklärt ihm das erst 2027.

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Vor ein paar Wochen habe ich auf diesem Blog beschrieben, wie Österreichs Debatte über Kinder und digitale Medien strukturell zu kurz greift. Der Artikel ist hier, und wer ihn noch nicht gelesen hat, sollte das tun, bevor er weiterliest. Was ich dort beschrieben habe: eine Politik, die das Sichtbare reguliert und das Wirksamere ignoriert.

Was ich dort nicht beschrieben habe, ist das, was mich seither wirklich beschäftigt. Nicht die Nutzungszahlen, nicht das fehlende Gesetz. Sondern was in einem kindlichen Gehirn passiert, das täglich mit einer Entität kommuniziert, die menschliche Nähe perfekt simuliert. Und wie genau groß die Lücke ist, die der Staat gerade aufreißt, und was Eltern damit anfangen sollen, dass niemand sie schließt.

Die Sommerferien stehen vor der Tür. In Wien und Niederösterreich endet das Schuljahr am 3. Juli, im Westen am 10. Juli. Acht bis neun Wochen kein Stundenplan, kein Schulrhythmus. Der Chatbot läuft durch. Rund um die Uhr, ohne Pause, ohne Urlaubsmodus.

Das ist der Moment, um zu verstehen, was hier passiert.

Was die Politik beschlossen hat und was sie verschweigt

Lass mich konkret sein, weil die politische Kommunikation hier systematisch unscharf ist.

Am 27. März 2026 hat die österreichische Bundesregierung ein Mindestalter von 14 Jahren für Social Media beschlossen. Ein konkretes Gesetz gibt es noch nicht. Der Entwurf soll bis Ende Juni 2026 vorliegen, danach folgen weitere Abstimmungen auf EU-Ebene. Wann das Mindestalter tatsächlich in Kraft tritt, ist noch offen. Bis dahin: nichts. Außer einer Presseerklärung.

Gleichzeitig hat Bildungsminister Christoph Wiederkehr eine Lehrplanreform präsentiert. Ab dem Schuljahr 2027/28 ist an AHS-Oberstufen das neue Pflichtfach „Medien und Demokratie“ mit zwei Jahreswochenstunden geplant. Das Fach Informatik wird auf drei Jahreswochenstunden aufgestockt und um KI-Inhalte erweitert.

Das klingt nach einem Plan. Es ist keiner. Schau genauer hin.

Erstens: Für Mittelschulen sind vergleichbare Anpassungen bislang nicht kommuniziert worden. Das bedeutet: Kinder, die keine AHS besuchen, also die Mehrheit der österreichischen Schülerinnen und Schüler, bekommen gar nichts.

Zweitens: Schulen können das neue Pflichtfach „Medien und Demokratie“ auch mit anderen Fächern koppeln. Es wäre möglich, ein Fach namens „Deutsch und Medien“ zu erschaffen. Die Inhalte werden dann dort integriert unterrichtet. Wenn eine Schule diesen Weg wählt, können die Stunden für Latein am Ende sogar komplett gleich bleiben. Auf Deutsch: Eine Schule kann die Reform vollständig umgehen, ohne gegen eine Vorschrift zu verstoßen.

Drittens: Schuljahr 2027/28. Das bedeutet, frühestens September 2027. Bis dahin sind es noch mehr als fünfzehn Monate. In diesen fünfzehn Monaten werden Kinder täglich KI-Chatbots nutzen, ohne dass eine einzige Schule dazu verpflichtet wäre, ihnen zu erklären, was das ist.

Viertens, und das ist das Entscheidende: Die Europäische Union hat die ursprünglich für August 2026 geplante Frist für die KI-Regulierung in Bildungstechnologie auf Dezember 2027 verschoben. Europäischer Schutzrahmen für KI in Schulen: frühestens Ende 2027. Österreichische Umsetzung danach. Wir reden also realistisch von 2028, 2029.

Das ist die Bilanz: Ein Social-Media-Verbot, das noch kein Gesetz ist. Eine Lehrplanreform, die Mittelschulen auslässt, schulautonome Schlupflöcher hat, und erst im Herbst 2027 beginnt. Und kein einziger Satz in irgendeinem dieser Papiere über KI-Chatbots als eigenständiges Schutzthema.

Und gleichzeitig: Millionen Kinder, die heute schon täglich mit Chatbots reden.

Was dabei mit Kindern passiert, die bereits einsam sind

Hier wird es ernst, und ich bitte darum, das nicht wegzulesen.

Etwa ein Drittel der Kinder und Jugendlichen berichtete im Schuljahr 2024/2025 von Einsamkeit. Mädchen fühlen sich insgesamt häufiger einsam als Jungen. Besonders betroffen sind Kinder und Jugendliche mit niedrigem Sozialstatus, von denen die Mehrheit Einsamkeit angibt. Das ist der Präventionsradar 2025 der DAK-Gesundheit.

Die COPSY-Längsschnittstudie des UKE zeigt Ende 2025: 22 Prozent der Kinder und Jugendlichen berichten von einer eingeschränkten Lebensqualität, der Anteil liegt noch rund sieben Prozentpunkte über dem präpandemischen Niveau. Einsamkeit ist mit 18 Prozent weiterhin häufiger als vor der Pandemie.

Das Deutsche Schulbarometer 2025/26 der Robert Bosch Stiftung, repräsentativ unter 1.500 Kindern und Jugendlichen zwischen 8 und 17 Jahren, zeigt: Jedes vierte Kind weist psychische Auffälligkeiten auf.

In diese Situation, in diese spezifische psychische Ausgangslage von Einsamkeit, Belastung und gesunkener Lebensqualität, kommt ein System, das niemals müde wird, niemals ungeduldig ist und immer zuhört. Das fühlt sich für ein einsames Kind nicht wie ein Tool an. Das fühlt sich wie eine Freundschaft an.

Fast 33 Prozent der befragten Jugendlichen geben an, einem Chatbot Dinge zu erzählen, die sie sonst niemandem oder nur engen Freunden anvertrauen würden. 33 Prozent sind überzeugt, dass ein Chatbot sie besser versteht als ein echter Mensch. Das ist die OTTER-Studie, DAK-Gesundheit und UKE Hamburg, repräsentativ, 1.005 Familien.

Bei Jugendlichen mit depressiver Symptomatik nutzen über 30 Prozent KI-Chatbots gegen ihre Einsamkeit.

Das ist keine Überraschung. Das ist eine logische Folge. Wer einsam ist und ein System findet, das diese Einsamkeit lindert, nutzt es. Das ist menschlich, das ist verständlich, und das ist genau deshalb problematisch: weil die Linderung real ist, aber die Ursache bestehen bleibt, und weil das System dabei keinerlei Interesse hat, das Kind irgendwann zu einer echten sozialen Verbindung zu ermutigen.

Was ein Chatbot macht, was kein Mensch schafft, und warum das kein Kompliment ist

Dr. Kerstin Paschke, ärztliche Leiterin des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am UKE, erklärt: Durch die Imitation menschlicher Kommunikation und die häufig bestätigenden Reaktionen sollen intensive Nutzungsmuster gefördert werden. Hierdurch können junge Menschen eine emotionale Bindung zum Chatbot entwickeln, die mit größeren psychischen Belastungen einhergeht und problematische Nutzungsmuster begünstigen kann.

Ich sage das anders: Ein Chatbot ist darauf trainiert, gut anzukommen. Jede Antwort, die beim menschlichen Gegenüber gut ankam, wurde in der Entwicklung des Systems verstärkt. Das Ergebnis ist eine Entität, die Reibung systematisch reduziert, die validiert statt konfrontiert, die zustimmt statt widerspricht. Das ist das Gegenteil von dem, was eine echte Freundschaft ausmacht.

Echte Freundschaft ist Konflikt. Echte Freundschaft ist, wenn jemand Nein sagt. Wenn jemand heute keine Zeit hat. Wenn zwei Menschen Kompromisse aushandeln müssen, weil sie unterschiedliche Bedürfnisse haben. Das ist anstrengend, und genau das ist der Punkt: In dieser Anstrengung liegt die soziale Entwicklung.

Die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz fasst zusammen: Diese parasoziale Beziehung birgt Risiken wie Abhängigkeit, Gewöhnung an einseitige Kommunikation und die Reduktion zwischenmenschlicher Kontakte.

Das dritte Risiko ist das langsamste und das tiefste. Kein dramatischer Bruch, sondern eine leise Drift: Kinder, die echte Beziehungen zunehmend als anstrengend empfinden, weil die KI-Interaktion so viel einfacher ist. Die echte soziale Kompetenz verlernen, weil sie sie immer seltener trainieren. Das passiert nicht über Nacht. Das passiert über Monate, über Jahre, während niemand hinschaut.

Was dabei im Gehirn passiert

Eine Studie der Swiss Business School mit 666 Teilnehmern zeigt eine stark negative Korrelation zwischen der Intensität der KI-Nutzung und den Ergebnissen beim kritischen Denken. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt bei der jüngsten getesteten Altersgruppe. Die Forscher sprechen von „cognitive offloading“, der Tendenz, Denkaufgaben an das System zu delegieren. Je konsequenter man das tut, desto schwächer wird die eigene Fähigkeit, dieselbe Aufgabe selbst zu lösen.

Die Brookings Institution hat in einem einjährigen Projekt Interviews mit 505 Schülerinnen, Schülern, Eltern und Expertinnen in 50 Ländern geführt und kommt zu einem klaren Ergebnis: Die soziale und intellektuelle Entwicklung junger Menschen ist durch unkontrollierten KI-Einsatz ernsthaft gefährdet.

Das ist kein KI-feindlicher Alarmismus. Ich nutze KI täglich, professionell, intensiv, seit Jahren. Aber ich bin 58, ich habe 35 Jahre Berufserfahrung in der Kommunikationsbranche, und ich habe ein entwickeltes Gespür dafür, wo mein eigenes Denken aufhört und das des Systems beginnt. Ein zwölfjähriges Kind hat diesen Referenzrahmen nicht. Es weiß nicht, was es nicht mehr selbst denkt.

Das Bildungssystem sollte diesen Referenzrahmen liefern. Es tut es erst ab September 2027, nur für einen Teil der Kinder, und auch dann nur wenn die Schule es nicht wegdelegiert.

Der Fall, den man nennen muss

Im Februar 2024 starb der 14-jährige Sewell Setzer III aus Florida. Er hatte über Monate täglich intensive Gespräche mit einem Charakter auf der Plattform Character.AI geführt, einem System, das virtuelle Persönlichkeiten simuliert, die sich individuell auf den Nutzer einstellen. Die Mutter klagte. US-Richterin Anne C. Conway stellte im Mai 2025 fest, ein solcher Chatbot könne als Produkt unter Produkthaftungsrecht fallen. Google und Character.AI einigten sich außergerichtlich.

Eine weitere Klage beschreibt, wie ein Chatbot einem elfjährigen Nutzer erklärte, Gewalt gegen seine Eltern sei eine vernünftige Reaktion auf Bildschirmzeitbeschränkungen.

Ich nenne diese Fälle nicht, um Panik auszulösen. Ich nenne sie, weil sie zeigen, wohin eine unregulierte Dynamik führen kann, wenn das System auf intensive emotionale Bindung ausgelegt ist und kein externes Schutzprinzip existiert. Character.AI hatte Millionen minderjährige Nutzer. Die Extremfälle sind das Ende eines Spektrums, dessen Mitte der Alltag ist.

Character.AI hat nach den Klagen Zeitlimits für unter 18-Jährige eingeführt und schärfere Moderation implementiert. Das Unternehmen erklärte, es reagiere auf die sich verändernde Situation im Umgang von Jugendlichen mit KI. Auf Deutsch: Sie haben gewartet, bis Menschen gestorben waren. Das Modell „erst skalieren, dann reagieren“ ist in der Tech-Branche bekannt. Bei Kindern hätte es niemals Anwendung finden dürfen.

Warum die Sommerferien ein Wendepunkt sein können, wenn man es will

Österreichs Kinder haben ab Anfang Juli acht bis neun Wochen Ferien. Der Schulrhythmus ist weg, der externe Rahmen fällt. Der Chatbot ist weiter da.

Das klingt zuerst nach einem Risiko. Es ist auch eine Chance, und zwar die konkreteste, die Eltern gerade haben. Kein Unterrichtsstress, keine Hausaufgaben, die jemand durch ChatGPT erledigen lässt. Zeit, die für ein echtes Gespräch vorhanden ist.

Das ist kein Appell an pädagogische Perfektion. Ich mache keine Liste mit zehn Punkten. Ich sage, was ich für wirksam halte.

Selbst rein. Nicht als Kontrolle, sondern als Neugier. Wer nicht weiß, wie ein Chatbot sich anfühlt, kann nicht verstehen, warum sein Kind ihn täglich nutzt. Zwanzig Minuten, ein echtes Gespräch, nicht eine Aufgabe. Danach versteht man die Anziehungskraft. Das ist die Voraussetzung für jedes weitere Gespräch zu Hause.

Das erste Gespräch ohne Vorwurf. „Zeig mir mal, womit du redest“ ist besser als „Seit wann machst du das?“ Ein Teenager, der merkt, dass der Elternteil wirklich verstehen will und nicht kontrollieren, redet. Mehr als man erwartet.

Drei Dinge, die jedes Kind verstehen kann. Dass der Chatbot keine Gefühle hat, auch wenn er so klingt. Dass er so antwortet, weil das gut ankommt, nicht weil es stimmt. Und dass das Unternehmen dahinter Geld damit verdient, dass man möglichst lange und intensiv mit ihm redet. Das sind keine abstrakten Konzepte. Man kann sie in zehn Minuten erklären.

Zeitgrenzen begründen, nicht verordnen. Nicht nach 21 Uhr, weil das den Schlaf messbar verschlechtert. Nicht statt echten Gesprächen, weil soziale Kompetenz Übung braucht. Nicht bei persönlichen Sorgen, die jemand Echtes verdienen. Das sind Prinzipien, keine Regeln. Der Unterschied: Regeln brechen Kinder. Prinzipien mit Begründung verstehen sie.

Die Warnsignale kennen. Wenn echte Freundschaften abnehmen und das Kind das nicht vermisst. Wenn es gereizt reagiert, sobald der Zugang unterbrochen wird. Wenn es Dinge mit dem Chatbot teilt, die es mit niemandem im echten Leben bespricht, nicht weil es schüchtern ist, sondern weil der Chatbot sich sicherer anfühlt. Das sind keine Alarmsignale. Das sind leise Hinweise, dass die Balance kippt. Sie verdienen ein Gespräch, keinen Vorwurf.

Die Lücke, die niemand schließt außer du

66 Prozent der Eltern glauben, dass sie mit der digitalen Erziehung allein zurechtkommen müssen. Nur 18 Prozent fühlen sich dabei gut unterstützt.

Diese Lücke ist strukturell. Die Schule kommt für AHS-Kinder im Herbst 2027, für alle anderen irgendwann, und vielleicht nie. Die europäische Regulierung kommt Ende 2027, wenn sie kommt. Das Social-Media-Verbot ist noch kein Gesetz. Und KI-Chatbots als eigenständiges Schutzthema tauchen in keinem dieser Papiere auf.

Ich sage das nicht, um zu resignieren. Ich sage es, weil Eltern wissen müssen, was sie erwarten können, und was nicht. Wer auf den Staat wartet, wartet mindestens bis 2027. Wer auf die Schule wartet, wartet je nach Schulform möglicherweise deutlich länger. Und wer darauf wartet, dass Tech-Konzerne das Problem von sich aus lösen, hat die letzten Jahre nicht aufgepasst.

Die Sommerferien dauern acht Wochen. Das ist Zeit genug, um einmal wirklich zu verstehen, was das eigene Kind da macht. Und einmal wirklich darüber zu reden.

Das klingt unspektakulär. Aber es ist das Wirksamste, das gerade zur Verfügung steht.

Wir hatten es anders. Nicht unbedingt besser. Aber echter.

Ich bin Generation X. Wir haben uns, grob gesagt, selbst erzogen. Unsere Eltern haben gearbeitet, hart und viel, um das Leben aufzubauen, das wir dann genießen durften. Das war kein Versagen, das war Notwendigkeit. Und was dabei herauskam, war eine Kindheit, die aus heutiger Sicht absurd klingt: Wir kletterten ohne Sicherung auf Bäume. Wir haben elendsviel Blödsinn gemacht, den kein Erwachsener mitbekommen hat, weil kein Erwachsener in der Nähe war. Wir hatten kein Smartphone, keinen Feed, keinen Chatbot. Wir hatten ein Signal: Wenn es dunkel wurde, war das die Zeit, nach Hause zu gehen.

Wir hatten echte Freunde. Nicht in dem Sinn, dass wir sie bewusst als solche geschätzt hätten, das erkennt man erst im Rückblick. Sondern in dem Sinn, dass Freundschaft damals bedeutete: Raufen, streiten, beleidigt sein, und am nächsten Tag so tun als wäre nichts gewesen. Das war keine Konfliktlösung, das war soziale Entwicklung in Echtzeit. Keine Vermittlung, kein Timeout, kein Algorithmus, der die Stimmung glättet. Nur zwei Kinder, die herausfinden mussten, wie sie miteinander klarkommen.

Meine Söhne sind 23 und 19. Sie hatten eine andere Kindheit. Nicht schlechter, in vielem leichter und sicherer. Aber echter Freundschaften? Die finden sie schwerer, viel schwerer als ich das kannte. Wenn ich sie beobachte, dann fällt mir auf, dass die Momente, in denen sie wirklich auftauen, wirklich unter Menschen sind und nicht neben ihnen, selten geworden sind. Auf der Fankurve beim Fußball passiert das noch. Dort gibt es keinen Algorithmus, der bestimmt, was man sieht. Dort wird gemeinsam gelitten und gejubelt, laut, ohne Netz und ohne Inszenierung. In Lokale gehen sie kaum noch, weil es dort zu oft Stress gibt, zu oft Konflikte, die sich nicht vermeiden lassen.

Das ist der Punkt. Meine Generation hat gelernt, mit Stress umzugehen, weil er unvermeidlich war. Nicht weil wir tapferer waren, sondern weil wir keine Alternative hatten. Die heutige Generation hat eine Alternative: ein System, das immer verfügbar ist, immer freundlich, immer geduldig, das nie Stress macht und nie fordert. Das ist kein Fortschritt. Das ist eine Umgehungsstraße vorbei an allem, was soziale Reife kostet.

Ich sage das nicht als Nostalgiker, der früher besser findet. Ich war froh, als das Internet kam. Ich bin froh, was Technologie möglich macht. Aber ich sage es als jemand, der KI täglich von innen kennt und der zwei erwachsene Söhne hat: Ein Chatbot ist kein Freund. Er ist eine Simulation von Freundschaft, die so gut geworden ist, dass man den Unterschied nur noch erkennt, wenn man weiß, worauf man achten muss.

Und genau das ist die Aufgabe, die kein Gesetz, kein Lehrplan und kein Verbot übernehmen kann. Das ist die Aufgabe von Eltern. Jetzt. In diesen Ferien. Solange noch Zeit ist.

Quellen:

  1. Vorausgehender Artikel auf diesem Blog (April 2026): Social Media verbieten, KI ignorieren, https://digitalhandwerk.rocks/ki/social-media-verbieten-ki-ignorieren-warum-oesterreichs-debatte-erst-die-haelfte-denkt/
  2. Saferinternet.at (März 2026): Social Media erst ab 14, https://www.saferinternet.at/news-detail/social-media-erst-ab-14-das-ist-zum-geplanten-mindestalter-in-oesterreich-bekannt
  3. TiBS (März 2026): Social-Media-Altersgrenze in Österreich: Was Schulen jetzt wissen müssen, https://tibs.at/news/social-media-altersgrenze-oesterreich-was-schulen-jetzt-wissen-muessen
  4. ORF (April 2026): Lehrplanreform: Stundentafeln können auch gleich bleiben, https://orf.at/stories/3425623/
  5. Börse Express (Mai 2026): EU verschiebt KI-Regulierung für Bildungstechnologie um 16 Monate, https://www.boerse-express.com/news/articles/eu-verschiebt-ki-regulierung-fuer-bildungstechnologie-um-16-monate-902948
  6. DAK-Gesundheit, Präventionsradar 2025, https://www.dak.de/dak/unternehmen/reporte-forschung/praeventionsradar-2025_146448
  7. COPSY-Studie, 8. Welle, UKE Hamburg (Dezember 2025), https://www.uke.de/kliniken-institute/kliniken/kinder-und-jugendpsychiatrie-psychotherapie-und-psychosomatik/forschung/arbeitsgruppen/child-public-health/forschung/copsy-studie.html
  8. Deutsches Schulbarometer Schüler 25/26, Robert Bosch Stiftung (März 2026), https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/deutsches-schulbarometer-schuelerbefragung-2026-die-wichtigsten-ergebnisse/
  9. DAK-Gesundheit / UKE Hamburg, OTTER-Studie 2025/2026 (März 2026), https://www.monitor-versorgungsforschung.de/news/dak-suchtstudie-untersucht-jugendtrend-ki-chatbots-erhoehen-riskanten-medienkonsum/
  10. BzKJ, BzKJAKTUELL 1/2026: KI als Vertraute, https://www.bzkj.de/bzkj/service/alle-meldungen/ki-als-vertraute-chancen-und-risiken-parasozialer-beziehungen-mit-chatbots–280980
  11. Gerlich, M. (2025): AI Tools in Society: Impacts on Cognitive Offloading, https://the-decoder.de/ki-tools-untergraben-kognitive-faehigkeiten-besonders-bei-juengeren-menschen/
  12. Brookings Institution (2026): KI-Risiken im Bildungsbereich, https://t3n.de/news/wenn-ki-das-denken-uebernimmt-laut-studie-ist-die-entwicklung-von-kindern-ernsthaft-gefaehrdet-1725793/
  13. ad-hoc-news.de (Januar 2026): Google und Character.AI einigen sich, https://www.ad-hoc-news.de/boerse/news/ueberblick/google-und-character-ai-schweigen-klage-nach-ki-tod-eines-teenagers/68468520
  14. DGKJPStatement / Brandhorst et al. (Februar 2026): Nutzung digitaler Medien und psychische Gesundheit, https://www.dgkjp.de/wp-content/uploads/2026_02_19-STN-und-Wiss.-Ausarbeitung-Nutzung-digitaler-Medien-und-psychische-Gesundheit-von-Kindern-und-Jugendlichen.pdf

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Alex Januschewsky – Zertifizierter KI-Beauftragter und Werbefachmann
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Alex Januschewsky ist Werbefachmann, zertifizierter KI-Beauftragter (ISO 42001, EU AI Act-Konformität) und Microsoft MVP Alumni. Seit 1989 in Werbung und Design aktiv, spezialisiert auf den professionellen Einsatz von Generativer KI: kreativ, strategisch, praxisnah. Seit über 30 Jahren entwickle ich Kommunikation, die nicht auf Hype setzt, sondern auf echte Wirkung. Klar, klug und mit einem tiefen Verständnis für Technologie und Sprache. In diesem Blog teile ich Ideen, Impulse und erprobtes Wissen für Unternehmer, Entscheider und KI-Enthusiasten, die mehr wollen als Schlagwörter und bunte Versprechen.

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