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Claude

Claude Skills: Warum echtes Handwerk wichtiger ist als jeder KI-Hype

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Ich habe ChatGPT den Rücken gekehrt. Das war keine leichte Entscheidung, denn OpenAI war der Wegbereiter und hat mir letztlich meinen Namen „Prompt Rocker“ verpasst. Aber es gibt Momente, da reicht es nicht mehr, nur auf die Features zu schauen. Man muss unter die Haube blicken: nicht nur in den Code, sondern in die Firmenstruktur und die politische Agenda. Wenn Paul Nakasone, der ehemalige Chef der NSA, in den Vorstand von OpenAI berufen wird und klammheimlich das Verbot militärischer Nutzung aus den AGB verschwindet, ist für mich eine Grenze überschritten. Ich will kein System füttern, das sich der Rüstungsindustrie und staatlicher Überwachung öffnet.

Anthropic hingegen beweist Rückgrat. Dario Amodei zieht klare rote Linien bei Massenüberwachung und autonomen Waffen, selbst wenn er sich damit mit der Trump-Administration anlegt. Diese Integrität ist die Basis für das Vertrauen, das ich als Unternehmer brauche. Datensouveränität ist die neue Währung. Technisch ist Claude ohnehin oft überlegen, besonders wenn es um Nuancen, Code und das Befolgen komplexer Anweisungen geht. Das Wochenende habe ich genutzt, um mich tief in die Claude Skills einzuarbeiten. Es ist ein völlig anderer Ansatz als die Custom GPTs von OpenAI: strukturierter, verlässlicher und am Ende des Tages echtes digitales Handwerk.

Was ist eigentlich ein Skill?

Ein Skill ist im Kern ein Set von Instruktionen, verpackt in einem einfachen Ordner, das Claude beibringt, spezifische Aufgaben oder Workflows konsistent zu erledigen. Statt in jedem Chat deine Prozesse und Vorlieben neu zu erklären, lehrst du Claude einmalig diesen Skill und profitierst jedes Mal davon.

Ein Skill besteht technisch aus einem Ordner mit folgendem Inhalt:

  • SKILL.md (erforderlich): Die eigentlichen Instruktionen in Markdown mit YAML-Frontmatter.
  • scripts/ (optional): Ausführbarer Code, etwa in Python oder Bash.
  • references/ (optional): Dokumentationen oder Hintergrundwissen, die bei Bedarf geladen werden.
  • assets/ (optional): Vorlagen, Icons oder Schriftarten für den Output.

Die Architektur des Verstehens: Progressive Disclosure

Das Besondere an Skills ist das Prinzip der Progressiven Disclosure (schrittweisen Offenlegung). Es spart Token und verhindert, dass Claude durch zu viel irrelevanten Kontext verwirrt wird.

  1. Level 1 (YAML Frontmatter): Diese Infos sind immer im System-Prompt. Claude entscheidet hier blitzschnell: „Bin ich für diese Aufgabe zuständig?“.
  2. Level 2 (SKILL.md Body): Nur wenn der Skill relevant ist, lädt Claude die vollen Instruktionen.
  3. Level 3 (Verknüpfte Dateien): Zusätzliche Dateien aus dem Skill-Ordner werden nur dann navigiert, wenn sie wirklich gebraucht werden.

Workshop: Dein erster Marketing-Skill (Der Campaign-Conductor)

Wir bauen jetzt gemeinsam einen Skill für einen klassischen Marketing-Workflow: Die Erstellung einer ganzheitlichen Kampagne aus einem rohen Briefing. Wir nennen ihn den Campaign-Conductor.

Schritt 1: Die Planung

Identifiziere zuerst 2 bis 3 konkrete Anwendungsfälle. Für unseren Skill sind das:

  • Erstellung von Social Media Posts aus Blog-Artikeln.
  • Entwicklung einer konsistenten Kernbotschaft für neue Produkte.
  • Ableitung von WhatsApp-Newslettern aus Pressemitteilungen.

Schritt 2: Die technische Struktur

Erstelle auf deinem Rechner einen Ordner namens campaign-conductor. Darin erstellst du eine Textdatei und nennst sie exakt SKILL.md (Großschreibung ist zwingend). Keine README.md in diesen Ordner packen, alle Infos gehören in die SKILL.md oder in den Unterordner references/.

Schritt 3: Die Frontmatter schreiben

Die Frontmatter ist das „Gehirn“ des Skills. Hier legst du fest, wann Claude den Skill aktiviert.

name: campaign-conductor
description: Erstellt konsistente Marketing-Kampagnen. Nutze diesen Skill, wenn der User nach einer Kampagnenplanung fragt, Social Media Assets benötigt oder "Erstelle Posts für [Thema]" sagt.
metadata:
  author: Prompt Rocker
  version: 1.0.0

Wichtig: Der Name muss in Kebab-Case geschrieben sein (klein, mit Bindestrichen). Die Beschreibung muss sowohl erklären, was der Skill tut, als auch die Trigger-Bedingungen enthalten.

Schritt 4: Die Hauptinstruktionen (SKILL.md Body)

Unter dem YAML-Block folgen deine Anweisungen. Sei spezifisch und handlungsorientiert.

# Campaign Conductor

## Instruktionen

### Phase 1: Analyse & Kernbotschaft
Analysiere das Briefing des Nutzers. Identifiziere die Zielgruppe und definiere "The One Thing" – die zentrale Botschaft, die sich durch alle Assets ziehen muss.

### Phase 2: Asset-Erstellung
Erstelle basierend auf Phase 1:
1. Einen LinkedIn-Post: Fokus auf fachliche Autorität, keine Marketing-Hülsen.
2. Einen Threads-Post: Kurz, direkt, präzise.
3. Einen Entwurf für den WhatsApp-Kanal: Maximal 3 Sätze, hoher Nutzwert.

### Phase 3: Qualitäts-Check
Prüfe, ob der Tonfall menschlich und direkt ist. Vermeide Begriffe wie "revolutionär" oder "bahnbrechend".

Schritt 5: MCP-Integration (Die Profi-Küche)

Falls du ein MCP (Model Context Protocol) nutzt, kannst du den Skill noch mächtiger machen. MCP ist die Küche (Werkzeuge), der Skill ist das Rezept. Du könntest zum Beispiel ein Google Drive MCP einbinden, damit Claude die fertigen Kampagnen direkt in deinem Projektordner speichert.

Best Practices & Troubleshooting

Damit dein Skill wirklich zuverlässig arbeitet, solltest du folgende Punkte beachten:

  • Keine XML-Tags: In der Frontmatter sind spitze Klammern (< >) streng verboten, da sie die Sicherheit des Modells gefährden könnten.
  • Spezifische Trigger: Wenn dein Skill nie automatisch lädt, ist die Beschreibung in der Frontmatter zu vage. Füge konkrete Sätze hinzu, die ein Nutzer sagen könnte.
  • Fehlerbehandlung: Baue in deine Instruktionen ein, was passieren soll, wenn Daten fehlen. Fordere Claude explizit auf, nachzufragen, statt zu halluzinieren.
  • Namenskonventionen: Benutze keine Leerzeichen oder Großbuchstaben im Ordnernamen oder im name Feld der YAML-Datei.

Die neue Art der Zusammenarbeit

Wer KI heute noch als reinen Chatbot betrachtet, nutzt nur einen Bruchteil des Potenzials. Skills ermöglichen es uns, Expertenwissen und Workflows so zu konservieren, dass sie für das gesamte Team skalierbar werden. Seit Ende 2025 können Admins diese Skills sogar unternehmensweit bereitstellen. Das ist der Weg weg von der „Vibe-basierten“ KI-Nutzung hin zu echten, reproduzierbaren Geschäftsprozessen.

Der Wechsel zu Claude war für mich kein Abschied von der KI, sondern ein Ankommen bei einem Werkzeug, das meine Werte respektiert und mir die Kontrolle über meine Daten und Prozesse zurückgibt. In einer Welt, in der Technologie zunehmend politisiert wird, ist die Wahl deiner Werkzeuge ein Statement. Ich habe meine Wahl getroffen.

Teste deine eigenen Skills. Fang klein an, iteriere schnell und extrahiere erfolgreiche Chat-Verläufe in dauerhafte Skills. So baust du dir Schritt für Schritt dein eigenes KI-Ökosystem auf, das genau so arbeitet, wie du es willst.

Erfolgreich ist nicht, wer die meisten Tools hat, sondern wer die richtigen Werkzeuge am präzisesten beherrscht.

Hinweis zur KI-Nutzung: Themen und Thesen stammen von mir, KI hilft bei Struktur und Rechtschreibung. Redaktionelle Verantwortung bleibt vollständig bei mir. Wie dieser Blog entsteht →

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about.me
Alex Januschewsky – Zertifizierter KI-Beauftragter und Werbefachmann
Alex Januschewsky

Alex Januschewsky ist Werbefachmann, zertifizierter KI-Beauftragter (ISO 42001, EU AI Act-Konformität) und Microsoft MVP Alumni. Seit 1989 in Werbung und Design aktiv, spezialisiert auf den professionellen Einsatz von Generativer KI: kreativ, strategisch, praxisnah. Seit über 30 Jahren entwickle ich Kommunikation, die nicht auf Hype setzt, sondern auf echte Wirkung. Klar, klug und mit einem tiefen Verständnis für Technologie und Sprache. In diesem Blog teile ich Ideen, Impulse und erprobtes Wissen für Unternehmer, Entscheider und KI-Enthusiasten, die mehr wollen als Schlagwörter und bunte Versprechen.

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Alex Januschewsky, Prompt Rocker, wohnhaft in Salzburg, tätig in Österreich
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