Gute KI-Beratung für KMU fängt nicht beim Tool an. Sie beginnt bei deinen Abläufen. Zuerst schaust du mit einer Beraterin oder einem Berater, welche wiederkehrenden Aufgaben in deinem Betrieb Zeit fressen. Dann wählt ihr ein bis zwei davon aus und testet sie in einem kleinen Pilotprojekt mit ChatGPT, Claude oder Gemini. Erst danach legt ihr Regeln für Datenschutz und Mitarbeitende fest und messt, ob es sich rechnet.
In diesem Artikel zeige ich dir, wie das konkret aussieht, was es kostet, welche Pflichten der EU AI Act dir auferlegt und wie es aktuell um Förderungen in Österreich steht.
Kurz gesagt
KI-Beratung heißt Prozessarbeit: Anwendungsfälle finden, bewerten, im Kleinen testen und erst dann ausrollen.
Generative KI hilft vor allem bei Texten, Angeboten, Analysen, Übersetzungen und Kundenkommunikation, also bei Aufgaben, die sich täglich wiederholen.
Datenschutz und AI Act gehören von Anfang an dazu: interne KI-Richtlinien, keine vertraulichen Daten in ungeprüfte Tools, KI-Kompetenz im Team.
KMU.DIGITAL kann derzeit nicht beantragt werden, weil das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 ausgeschöpft ist. Ab 2027 wird das Programm nicht fortgeführt.
Der Einstieg kostet bei mir nichts: Erstgespräch, KI-Check und AI Literacy Kurs sind kostenlos.
Was KI-Beratung für KMU eigentlich bedeutet
Seit ChatGPT werden viele Unternehmerinnen und Unternehmer vom Wort KI regelrecht überfahren. Jede Woche ein neues Tool, jeden Tag ein neues Versprechen. KI-Beratung soll genau dieses Rauschen filtern. Die Frage lautet nicht: Welches Tool ist gerade angesagt? Sondern: Wo in meinem Betrieb verliere ich Zeit, und kann ein Sprachmodell das verlässlich übernehmen oder beschleunigen?
Dass diese Frage drängt, zeigt die Entwicklung in Österreich. Laut dem KI-Leitfaden der WKO für KMU stieg der KI-Einsatz in Unternehmen von rund 11 Prozent im Jahr 2023 auf rund 20 Prozent im Jahr 2024. Derselbe Leitfaden beschreibt, was eine sinnvolle Begleitung umfasst: eine maßgeschneiderte KI-Strategie, die Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeitenden, Muster-Richtlinien und die rechtlichen Rahmenbedingungen.
Für ein Einpersonenunternehmen sieht das anders aus als für einen Betrieb mit 40 Leuten. Als EPU brauchst du meist keinen Strategieprozess über Monate, sondern drei, vier gut eingerichtete Arbeitsabläufe, die dir jede Woche Stunden sparen. Im KMU kommen Fragen dazu, die du allein nicht hast: Wer darf welches Tool nutzen? Wer prüft die Ergebnisse? Wie nimmst du ein Team mit, das vielleicht skeptisch ist?
Wo generative KI im Betriebsalltag wirklich hilft
Generative KI erzeugt neue Inhalte auf Basis von Wahrscheinlichkeiten. Das macht sie stark bei Sprache und schwach bei allem, wo du ein garantiert richtiges, deterministisches Ergebnis brauchst. Das Whitepaper des Fraunhofer IIS zu GenAI in KMU nennt als typische Einsatzfelder unter anderem Angebotserstellung, Textanalyse, Simulationen und technische Dokumentation. Mitarbeitende empfinden KI dort meist als Unterstützung, wo sie wiederkehrende und zeitintensive Aufgaben abnimmt.
In meiner Arbeit mit österreichischen Betrieben tauchen immer wieder dieselben Muster auf:
| Aufgabe | Konkretes Beispiel | Was der Mensch weiterhin macht |
|---|---|---|
| Angebote und Texte | Angebotsentwurf aus Gesprächsnotizen, Produkttexte für den Webshop | Preise, Zusagen und Tonalität prüfen |
| Kundenkommunikation | Antwortvorschläge für wiederkehrende E-Mail-Anfragen | Freigabe, heikle Fälle selbst beantworten |
| Übersetzung | Bedienungsanleitung oder Website auf Englisch und Italienisch | Fachbegriffe gegenlesen |
| Analyse | Kundenfeedback oder Ausschreibungen zusammenfassen | Schlüsse ziehen, entscheiden |
| Wissen im Betrieb | interne Anleitungen und Protokolle strukturieren | Inhalte aktuell halten |
| Bilder und Marketing | Visuals für Social Media und Präsentationen | Marke und Rechte im Blick behalten |
Wie viel bei Bildern drinsteckt, habe ich im Beitrag über KI in der Bilderstellung ausführlich beschrieben. Und welches Sprachmodell für welche Aufgabe passt, zeige ich laufend in meinem Vergleich KI-Tools im Test.
Ein Wort zu Halluzinationen: Sprachmodelle formulieren auch dann überzeugend, wenn sie falsch liegen. Deshalb steht in jeder Zeile der Tabelle oben ein Mensch, der prüft. Das ist kein Mangel, sondern die richtige Arbeitsteilung.
So läuft eine KI-Beratung ab
Die österreichischen Leitfäden sind sich in einem Punkt einig: klein anfangen, sauber messen, dann ausweiten. Die KI-Guidelines der WKO für KMU empfehlen, mit Zielen und Erwartungen zu starten, dann ein Pilotprojekt in einem begrenzten Bereich umzusetzen und erst danach unternehmensweit auszurollen. Lizenzkosten, Schulungszeit und erwartete Effizienzgewinne sollen dabei realistisch kalkuliert werden. So sieht das in der Praxis aus:
Erstgespräch: Wir klären, wo du stehst, was dich nervt und was du dir von KI erwartest. Manchmal ist die ehrliche Antwort auch, dass ein anderer Prozess zuerst dran ist.
Prozessanalyse und Anwendungsfälle: Wir gehen deine Abläufe durch und sammeln Kandidaten. Der Leitfaden zur Bewertung von KI-Anwendungsfällen schlägt vor, jeden Fall nach zwei Seiten zu bewerten: Potenzial sowie Herausforderungen und Risiken.
Ziele und Kennzahlen: Was heißt Erfolg? Zum Beispiel: Angebote in 20 statt 60 Minuten, bei gleicher Qualität.
Pilotprojekt: Ein Prozess, ein Tool, ein kleiner Kreis von Leuten. Eine Masterarbeit zur KI-Implementierung in österreichischen KMU empfiehlt mehrere kleine, klar abgegrenzte Pilotprojekte und eine echte Testkultur.
Richtlinien und Schulung: Bevor mehr Leute mitarbeiten, braucht es klare Regeln und das nötige Wissen im Team.
Rollout und Überprüfung: Was im Pilot funktioniert hat, wird ausgeweitet. Die WKO rät, die KI-Strategie mindestens halbjährlich zu überprüfen.
Wie praxisnah so ein Prototyp sein kann, zeigt die KI-Werkstatt der WKO Vorarlberg: Teilnehmende bringen einen Problemprozess mit, bauen einen Prototyp und testen ihn im Team. Am Ende steht ein Prompt, ein Tool oder ein Workflow für den Alltag. Genau diese Logik, konkrete Lösung statt Theorie, steckt auch hinter meinen Workshops.
Was dein Betrieb vorher klären sollte
Du brauchst keine IT-Abteilung, um mit KI zu starten. Ein paar Voraussetzungen solltest du aber ehrlich prüfen:
Daten: Liegen die Informationen, die KI verarbeiten soll, irgendwo geordnet vor? Oder stecken sie in Köpfen und verstreuten Excel-Listen? Die bereits erwähnte Masterarbeit nennt fehlende Datenqualität und einen niedrigen digitalen Reifegrad als zentrale Hürden.
Technik: Welche Systeme nutzt ihr schon, etwa Microsoft 365 oder Google Workspace? Oft lässt sich KI dort einbinden, wo ohnehin gearbeitet wird.
Menschen: Wer ist neugierig, wer skeptisch? Die schrittweise Einbindung der Mitarbeitenden ist laut derselben Arbeit ein zentraler Erfolgsfaktor.
Vertrauen: Das Fraunhofer-Whitepaper betont, dass Transparenz, Nachvollziehbarkeit und verlässliche Qualität darüber entscheiden, ob ein Team KI-Ergebnisse akzeptiert und nutzt.
Dazu kommt eine Pflicht, die viele noch nicht am Schirm haben: Artikel 4 des EU AI Act verlangt von Anbietern und Betreibern von KI-Systemen, dass sie Maßnahmen für ausreichende KI-Kompetenz ihres Personals ergreifen. Die KI-Servicestelle der RTR erklärt, was darunter fällt. Wer ChatGPT im Betrieb nutzt, ist in aller Regel Betreiber. Mein kostenloser AI Literacy Kurs ist genau für diesen Zweck gebaut.
Datenschutz und EU AI Act im Griff behalten
Hier entscheidet sich, ob KI im Betrieb ein Gewinn oder ein Risiko wird. Der Praxisleitfaden des Infrastrukturministeriums nennt die Punkte, die in jedem KI-Projekt geprüft werden sollten: DSGVO mit Rechtsgrundlage, Informationspflichten und gegebenenfalls Datenschutz-Folgenabschätzung, dazu die Frage, ob und in welcher Risikokategorie der Einsatz unter den AI Act fällt, außerdem Lizenzen, Haftung und Urheberrecht an generierten Inhalten.
Praktisch heißt das für dich:
Keine vertraulichen Unternehmensinformationen in KI-Anwendungen, solange nicht geklärt ist, wie der Anbieter die Daten verarbeitet. Das empfehlen die WKO-Guidelines ausdrücklich.
Personenbezogene Kundendaten nur mit passender Rechtsgrundlage, idealerweise gar nicht oder anonymisiert.
API-Schlüssel wie Passwörter behandeln.
Eigene KI-Richtlinien schreiben: Was ist erwünscht, was untersagt, wer darf was, wo ist eine menschliche Prüfung verpflichtend?
Transparenz gegenüber Kundinnen und Kunden: Wenn ein KI-System direkt mit Menschen interagiert, etwa ein Chatbot, oder Deepfakes erzeugt, gelten Offenlegungspflichten nach Art. 50 AI Act. Der Unternehmensleitfaden des Sozialministeriums beschreibt außerdem die Informationspflichten gegenüber Beschäftigten, wenn Hochrisiko-KI am Arbeitsplatz eingesetzt wird.
Wenn du Kundendaten verarbeiten willst oder einen Chatbot planst, hol dir zusätzlich eine Datenschutzjuristin oder einen Datenschutzjuristen ins Boot, bevor das System live geht. Was für EPU und KMU konkret gilt, habe ich im Beitrag EU AI Act für KMU und EPU aufbereitet, und wie du ein Sprachmodell datenschutzkonform einsetzt, findest du Schritt für Schritt erklärt.
Woran du eine gute KI-Beratung erkennst
Der Markt ist voll mit Angeboten, von großen Beratungshäusern über Agenturen bis zu Tool-Verkäufern, die Beratung als Türöffner nutzen. Diese Fragen helfen dir beim Sortieren:
Beginnt die Beratung bei deinen Prozessen oder bei einem Produkt? Wer dir nach fünf Minuten ein bestimmtes Tool verkaufen will, berät nicht.
Wird Datenschutz von selbst angesprochen? Oder erst, wenn du nachfragst?
Sind die Preise transparent? Stundensatz, Umfang und Ergebnis sollten vorher klar sein.
Bekommst du Kompetenz oder Abhängigkeit? Ziel ist, dass du und dein Team KI danach selbst nutzen könnt.
Wird ehrlich gesagt, was nicht geht? Eine Beratung ohne ein einziges “Das würde ich so nicht machen” ist verdächtig.
Spricht die Person deine Sprache? Fachchinesisch beeindruckt, bringt dich aber keinen Schritt weiter.
Was KI-Beratung kostet und wie es um Förderungen steht
Bei mir ist der Einstieg kostenlos. Das Erstgespräch, der KI-Check, der AI Literacy Kurs und das KI-Label kosten dich 0 €. Danach arbeite ich mit zwei Stundensätzen:
| Angebot | Preis | Passt für |
|---|---|---|
| Erstgespräch | kostenlos | Standort bestimmen, erste Ideen |
| KI-Check | kostenlos | Wo sich KI in deinem Betrieb rechnet |
| AI Literacy Kurs | kostenlos | KI-Kompetenz nach Art. 4 AI Act |
| Fokus LLMs | 120 € pro Stunde | Workshop: ChatGPT, Claude und Gemini praktisch einsetzen |
| KI-Strategie & Prozesse | 150 € pro Stunde | Strategie, Prozessintegration, ROI und DSGVO |
Und die Förderung? Viele fragen mich nach KMU.DIGITAL. Die ehrliche Antwort: KMU.DIGITAL kann derzeit nicht beantragt werden, weil das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 vollständig ausgeschöpft ist. Ab 2027 wird das Programm nicht fortgeführt. Was das in Zahlen bedeutet hätte und wie der Stand ist, zeigt mein KMU.DIGITAL-Förderrechner.
Regionale Angebote gibt es weiterhin, etwa die bereits erwähnte KI-Werkstatt der WKO Vorarlberg für Vorarlberger KMU ab zwei Personen pro Betrieb. Frag bei deiner Landeskammer nach, welche Programme in deinem Bundesland gerade laufen. Mein Rat: Warte nicht auf den nächsten Fördertopf. Ein gut gewählter Pilot mit ein paar Beratungsstunden spielt seine Kosten oft schneller ein, als ein Antrag bearbeitet wird.

Wie du misst, ob sich KI lohnt
Ohne Kennzahlen bleibt KI ein Bauchgefühl. Die WKO-Guidelines in der Kärntner Ausgabe empfehlen vier messbare Größen: Zeitersparnis, Fehlerrate, Nutzerakzeptanz und ROI. Dazu einen Prozess für den Umgang mit problematischen KI-Ausgaben, eine verantwortliche Person für Support und die regelmäßige Bewertung der eingesetzten Tools.
Ein einfaches Rechenbeispiel: Dein Team schreibt pro Woche zehn Angebote zu je 60 Minuten. Mit einer gut gebauten Vorlage in einem Sprachmodell sind es 25 Minuten inklusive Prüfung. Das sind knapp sechs Stunden pro Woche, die frei werden. Dem stellst du Lizenzkosten, Schulungszeit und Beratungsstunden gegenüber. Wie ich das mit Betrieben durchrechne, steht im Beitrag zur KI-Strategie für EPU und KMU.
Meine Sicht auf KI-Beratung für KMU
Wir erleben gerade die nächste große Technikwelle, und viele kleine Betriebe haben das Gefühl, entweder sofort aufspringen zu müssen oder abgehängt zu werden. Beides stimmt so nicht. Bei Beratungen sehe ich jeden Tag, dass die besten Ergebnisse dort entstehen, wo jemand ruhig und ehrlich auf die eigenen Abläufe schaut.
Alex Januschewsky
Mein Ansatz ist deshalb bewusst unspektakulär, ohne leere Versprechen. Ich evaluiere KI transparent, sagendir, wo sie dir hilft und wo ein anderer Weg sinnvoller ist, und achte von der ersten Minute an auf Datenschutz.
Gerade EPU und kleine KMU haben einen Vorteil, den Konzerne nicht haben: kurze Wege. Wenn du entscheidest, dass Angebote ab morgen mit KI vorbereitet werden, dann passiert das auch. Darum sollten gerade kleine Betriebe jetzt groß denken, mit einem klaren Pilot statt mit einem Großprojekt.
So kann ich dich begleiten
Wenn du wissen willst, wo KI in deinem Betrieb konkret Zeit spart, starte mit dem kostenlosen KI-Erstgespräch. In rund einer Stunde schauen wir gemeinsam auf deine Abläufe, und du gehst mit einer klaren Einschätzung raus, auch wenn du danach nichts buchst.
Häufige Fragen
Lohnt sich KI-Beratung schon für ein Einpersonenunternehmen?
Ja, gerade dort. Als EPU ist deine Zeit die knappste Ressource, und schon zwei, drei gut eingerichtete Abläufe für Texte, Angebote oder E-Mails sparen spürbar Stunden. Der Einstieg über Erstgespräch und KI-Check kostet bei mir nichts.
Wie lange dauert es, bis KI im Betrieb wirklich genutzt wird?
Ein erster Pilot mit einem klar abgegrenzten Prozess lässt sich oft in wenigen Wochen aufsetzen. Wie schnell danach ausgerollt wird, hängt von deinem Team, deinen Daten und deinen Richtlinien ab. Wichtig ist, nach dem Pilot ehrlich zu messen.
Kann ich KMU.DIGITAL für KI-Beratung noch nutzen?
Nein. KMU.DIGITAL kann derzeit nicht beantragt werden, weil das Budget von KMU.DIGITAL 4.0 vollständig ausgeschöpft ist, und ab 2027 wird das Programm nicht fortgeführt. Frag bei deiner Landeskammer nach regionalen Angeboten.
Muss ich meine Mitarbeitenden in KI schulen?
Wenn dein Betrieb KI-Systeme einsetzt, verlangt Art. 4 AI Act Maßnahmen für ausreichende KI-Kompetenz des Personals. Wie du das umsetzt, erklärt die RTR-Servicestelle. Mein kostenloser AI Literacy Kurs ist genau dafür gemacht.
Darf ich ChatGPT mit Kundendaten verwenden?
Nur mit passender Rechtsgrundlage und einem Tool, dessen Datenverarbeitung geklärt ist. Am sichersten ist es, personenbezogene Daten zu vermeiden oder zu anonymisieren. Bei konkreten Kundendaten-Projekten zieh vorab eine Datenschutzexpertin oder einen Datenschutzexperten bei.
Quellen
Fraunhofer IIS: Generative KI in KMU menschenzentriert gestalten
Von der Strategie zur Umsetzung: Implementierung von KI in KMU






