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Markt und Trends

UBIT Experts Day 2026: Was ich mir heute von der KI-Agenten-Debatte in Klessheim erwarte

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Heute sitze ich im Kavalierhaus Klessheim im Publikum. Kein Vortrag von mir, kein Workshop, nur Notizbuch und Laptop. Beim Experts Day 2026 der Fachgruppe UBIT Salzburg geht es um KI-Agenten, und ich geb zu: Meine Erwartungen sind gedämpft. Die letzte Veranstaltung dieser Art, bei der ich zugehört hab, war eine herbe Enttäuschung. Deshalb schau ich heute genauer hin als sonst.

In meiner Beratungsarbeit mit EPU und KMU fällt das Wort „Agent“ inzwischen in fast jedem Erstgespräch. Umso wichtiger ist mir, dass so ein Tag mehr liefert als Folien mit Roboterhänden. Hier stelle ich dir das Programm und die Menschen auf der Bühne vor, sage dir, woran ich den Nachmittag messe, und kündige meinen Bericht an. Und ausgerechnet der spannendste Programmpunkt hat mit dem E-Mail-Postfach eines Salzburger Energieversorgers zu tun.

Worum geht es beim Experts Day 2026?

Der Titel lautet „AI-Agenten: die Mitarbeitenden der Zukunft!?“. Das Fragezeichen hinter dem Rufzeichen find ich ehrlich gesagt das Beste an der Ankündigung. Laut Programmseite der UBIT Salzburg zum Experts Day 2026 dreht sich alles um drei Fragen: Welche Aufgaben übernimmt künftig KI, wo braucht es weiterhin menschliche Entscheidung und Verantwortung, und welche rechtlichen Fragen entstehen, wenn Agenten Prozesse selbst ausführen. Die Veranstaltung ist ausgebucht, das Interesse ist also da.

Meine Position dazu kennst du vielleicht schon. In meinem Artikel darüber, warum die meisten Unternehmen gar keinen KI-Agenten brauchen, hab ich argumentiert, dass bei EPU und kleinen KMU nur ein kleiner Teil der Aufgaben wirklich nach einem autonomen Agenten verlangt. Der Rest lässt sich mit gutem Prompting und einem klaren Workflow besser lösen.

KI-Agenten sind keine Mitarbeitenden. Sie sind Prozesse mit Entscheidungsspielraum, und wer seinen Prozess nicht beschreiben kann, kann ihn auch keinem Agenten übergeben.

Alex Januschewsly

Wer ist Stefan Suhrer, und warum lohnt sich seine Keynote?

Den Auftakt macht Dr. Stefan Suhrer, Geschäftsführer der neke-neke GmbH aus Anif. Auf diese Keynote freu ich mich am meisten, und das hat einen konkreten Grund. neke-neke hat für die Salzburg AG gemeinsam mit Microsoft Österreich eine KI-Lösung gebaut, die eingehende Kundenmails automatisch kategorisiert. Laut dem Microsoft-Fallbericht zur E-Mail-Kategorisierung der Salzburg AG läuft das Ganze auf Azure OpenAI und erreicht inzwischen stabil über 80 Prozent Trefferquote. Diese Zahl stammt aus einer einzigen Quelle, und zwar aus dem Haus des Technologiepartners. Ich nehme sie deshalb als Ausgangspunkt für Fragen, nicht als Beweis.

Streng genommen würde ich eine Mail-Klassifikation noch nicht Agent nennen. Aber genau das macht sie interessant: Es ist ein echter Prozess mit echtem Volumen, der im Betrieb läuft. Nach eigenen Angaben auf LinkedIn arbeitet Suhrer inzwischen mit dem Startup AI-Med-Systems an Agenten für medizinische Großpraxen. Sein zentrales Learning formuliert er dort sinngemäß so: Erfolgreiche Agenten hängen weniger von der Intelligenz des Modells ab als von sauberer Prozesslogik, guter Orchestrierung und relevantem Kontext. Da unterschreib ich jedes Wort. Jetzt will ich sehen, ob die Keynote das auch mit Details belegt.

Wer diskutiert auf dem Podium?

Das Podium ist gut besetzt, und zwar nicht nur mit Beraterinnen und Beratern.

KommR Mag. Marianne Kusejko ist geschäftsführende Gesellschafterin von SIGMATEK in Lamprechtshausen, einem Hersteller von Automatisierungssystemen für den Maschinen- und Anlagenbau, und Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Salzburg. Was in der Ankündigung untergeht: Sie ist Juristin und verantwortet bei SIGMATEK Finanzen, Personal, Recht und Organisation. Wenn heute jemand die Haftungsfrage bei Agenten ernsthaft beantworten kann, dann vermutlich sie.

Markus Schmidt ist CIO und leitet die Business Unit Digital Technology der Salzburg AG. Das Unternehmen betreut laut Microsoft über 280.000 Kundinnen und Kunden mit Zehntausenden Anfragen im Monat. Keynote-Sprecher und Podiumsgast haben also am selben Projekt gearbeitet. Das ist die Chance des Tages: Die beiden können offen erzählen, was im Projekt nicht funktioniert hat. Genau das fehlt auf solchen Bühnen fast immer.

Aus den UBIT Experts Groups kommen Mag. Katharina Saetre (Human Resource Management) und Armin Ziesemer (Wirtschaftstraining und Coaching). Die HR-Perspektive halte ich für unterschätzt. Wer Agenten „Mitarbeitende“ nennt, muss auch sagen, wer sie einarbeitet, kontrolliert und im Zweifel abschaltet.

Moderiert wird von Mag. Ralf Hillebrand, Ressortleiter für Wissenschaft, Gesundheit, Medien und Technologie bei den Salzburger Nachrichten und Obmann des Vereins der Technologie-Journalistinnen und Journalisten Österreichs. Ein Journalist statt eines Gastgebers aus der eigenen Fachgruppe: Das ist eine gute Entscheidung, sofern er nachfragt, statt nur das Mikrofon weiterzureichen.

Welche Workshops stehen am Programm?

Zwischen Keynote und Podium wird es interaktiv. Zur Wahl stehen drei Workshops: „Quick Wins mit AI-Agenten“, „Human in the Loop“ und „Zukunft des Wirtschaftens“.

Mein Favorit ist „Human in the Loop“, weil das der Modus ist, in dem Agenten in kleinen Betrieben heute tatsächlich funktionieren. Bei mir laufen mehrere Agenten parallel, und keiner verschickt etwas ohne meine Freigabe. Wie das im Alltag aussieht, hab ich in AI Agents für EPU: Dein digitaler Mitarbeiter ohne Gehaltszettel beschrieben.

Bei „Quick Wins“ bin ich skeptischer. Schnelle Erfolge sind gut für die Motivation, aber sie verführen dazu, einen Agenten auf einen Prozess zu setzen, den niemand vorher aufgeschrieben hat. Mal schauen, ob der Workshop das anspricht.

Woran messe ich den Tag?

Ich gehe mit vier Fragen hinein, und an denen messe ich den Nachmittag:

  1. Zahlen inklusive Fehlschläge: Wie hoch war die Fehlerquote am Anfang, und was hat es gekostet, sie zu senken?
  2. Datenfluss und DSGVO: Wo liegen die Daten, welches Rechenzentrum, wer hat Zugriff? Bei Kundenmails ist das keine Fußnote.
  3. Verantwortung: Wer haftet, wenn ein Agent eine falsche Entscheidung ausführt? Unternehmen, Dienstleister oder niemand?
  4. Einstieg für Kleine: Was davon ist für ein EPU mit fünf Mitarbeitenden realistisch, ohne eigene IT-Abteilung?

Wer erst verstehen will, was einen Agenten technisch von einem Chatbot unterscheidet, findet die Grundlagen in meinem Beitrag Agenten-KI: Wenn künstliche Intelligenz selbstständig denkt und handelt.

Mein Bericht folgt

Ich schreib heute mit und berichte hier auf digitalhandwerk.rocks, was hängen geblieben ist. Ehrlich, mit Lob, wo es Substanz gibt, und mit Kritik, wo nur Buzzwords kommen. Nach der letzten Veranstaltung dieser Art hab ich meine Latte bewusst höher gelegt. Die Besetzung gibt Anlass zur Hoffnung, und mit Suhrer und Schmidt sitzen zwei Leute im Raum, die ein laufendes Projekt vorzeigen können statt einer Vision.

Schauen wir mal, ob sie das auch tun.

Wer sitzt da eigentlich wirklich am Tisch?

Eine Kleinigkeit noch, bevor ich mich ins Publikum setze. Auf der Veranstaltungsseite prangt ein Bild: vier Herrschaften aus dem Fachgruppenvorstand diskutieren angeregt mit einem weißen Humanoiden, der dreinschaut, als hätte er gerade sein erstes Mitarbeitergespräch. Das Bild ist KI-generiert, und das steht auch da. Irgendwo zwischen Programm-PDF und Anreisetipps zur S-Bahn, im Bildnachweis.

Roboter und Menschen im Gespräch
KI-generiertes Bild, keine reale Situation: Der Fachgruppenvorstand der UBIT Salzburg diskutiert mit einem „UBIT Salzburg AI-Agent“. Der Hinweis auf die KI-Herkunft steht auf der Veranstaltungsseite im Bildnachweis unter dem Text, hier steht er direkt am Bild. Quelle: Fachgruppe UBIT Salzburg, ubitsalzburg.at

Die Pointe: Ausgerechnet der Roboter ist der Einzige am Tisch, der nicht echt ausschaut, und der Einzige, bei dem man sofort merkt, dass er von einer KI kommt. Die vier Menschen daneben gehen locker als Pressefoto durch. Seit 2. August 2026 verlangt Art. 50 des EU AI Act bei so einem Bild einen Hinweis, den man sieht, bevor man sich wundert, und nicht erst nach dem Scrollen. Fairerweise: Die UBIT hat überhaupt gekennzeichnet, das ist mehr, als ich auf vielen anderen Seiten finde.

Wer das Label beim nächsten Mal direkt ins Bild setzen will, dort, wo es hingehört: Genau dafür hab ich das KI-Kennzeichnungs-Tool auf watermark.digitalhandwerk.rocks gebaut. Das geht schneller als die Anreise nach Klessheim.

Hinweis zur KI-Nutzung: Themen und Thesen stammen von mir, KI hilft bei Struktur und Rechtschreibung. Redaktionelle Verantwortung bleibt vollständig bei mir. Wie dieser Blog entsteht →

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about.me
Alex Januschewsky – Zertifizierter KI-Beauftragter und Werbefachmann
Alex Januschewsky

Alex Januschewsky ist Werbefachmann, zertifizierter KI-Beauftragter (ISO 42001, EU AI Act-Konformität) und Microsoft MVP Alumni. Seit 1989 in Werbung und Design aktiv, spezialisiert auf den professionellen Einsatz von Generativer KI: kreativ, strategisch, praxisnah. Seit über 30 Jahren entwickle ich Kommunikation, die nicht auf Hype setzt, sondern auf echte Wirkung. Klar, klug und mit einem tiefen Verständnis für Technologie und Sprache. In diesem Blog teile ich Ideen, Impulse und erprobtes Wissen für Unternehmer, Entscheider und KI-Enthusiasten, die mehr wollen als Schlagwörter und bunte Versprechen.

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Alex Januschewsky, Prompt Rocker, wohnhaft in Salzburg, tätig in Österreich
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